Ronja4711 hat geschrieben: ↑12. Dez 2024, 19:04
Komme selbst aus der Medizin, und fand es je weniger belastend, wenn man hinterher drüber gesprochen hat.
Das stimmt. Darüber reden ist wichtig. Kommt aber eben auch auf das "wie" an und mit wem. Glücklicherweise scheinen die meisten Leute ein Gespür dafür zu haben, mit wem man über was reden kann und wo man's lieber nicht hinträgt.
Was Hilfsangebote betrifft, war ich schon überrascht, wie dünn das Angebot ausfallen kann. Dass wir einen psychologischen Dienst haben, ist anscheinend nicht selbstverständlich.
Das sind aber alles Berufsfelder oder ehrenamtlichen Tätigkeiten, die man sich im Vorfeld aussuchen kann.
Das ist IMO ein etwas merkwürdiges Argument,
gerade wenn es von Leuten kommt, die in dem Bereich arbeiten. "Hat man ja vorher gewusst, dass das so sein wird." Hm. Ja. Hat man. Ich habe auch mal zumindest so ähnlich gedacht, aber je länger ich dabei bin, desto mehr denke ich, dass es nicht so easy-peasy mit einem "Haste doch vorher gewusst!" abgetan ist und man den Leuten, die gerade eine Scheißerfahrung gemacht haben, so gar nicht hilft. Im Gegenteil.
Wie gesagt: man weiß grundsätzlich schon, was man sich mit einer bestimmten Berufswahl einkauft. Was man vorher allerdings
nicht weiß ist,
wie man damit fertig wird bzw.
ob man damit (auf Dauer) fertig wird.
Gilt auch für so was wie Schichtarbeit und Bereitschaft/Rufbereitschaft (egal, welche Branche). Es weiß keiner, wie gut oder schlecht der eigene Körper das auf Dauer verkraftet - woher auch? Das sind Erfahrungswerte, die sich erst im Verlauf des Berufslebens einstellen. Kenne einige Leute, die aus den Kliniken raus sind, weil's nicht mehr ging mit dieser körperlichen Belastung. Dafür muss man aber vermutlich ein gewisses (Arbeits)Alter überschritten haben, damit sich die Probleme zeigen. Die entstehen ja nicht von heute auf morgen.