akh_123 hat geschrieben: 16. Apr 2024, 19:23
Ich brauche mal ne Einschätzung von euch.
Folgende Situation (bezieht sich alles auf Österreich):
Ich hab mein Masterstudium (MINT) mit Auszeichnung abgeschlossen und bin zurzeit auf Jobsuche.
Ich hab jetzt ein paar Bewerbungsgespräche hinter mir. Ein Unternehmen hat mir dabei sehr zugesagt, welches mir auch ein Angebot gemacht hat.
Der Job ist in der Entwicklung. Das Gehalt wären 3650€ brutto inkl. Überstundenpauschale (10 Überstunden pro Monat) bzw. Jahresbrutto wären ca. 51k. 1 Probemonat und 3 Monate befristet.
Beim Bewerbungsgespräch habe ich meine Schmerzgrenze mit 3,850 angegeben und habe dabei keinen Gegenwind erhalten.
Der Personaler hat mir auch mitgeteilt, dass sie aus Rücksicht auf das interne Gehaltsgefüge auch nicht wirklich mehr zahlen könnten und das Gehalt somit nicht mehr verhandelt werden könnte. Jetzt haben mich die 200 brutto weniger und die Überstundenpauschale schon etwas verwundert. Außerdem wird die Überstundenpauschaule meines Wissen nach nur 12x bezahlt, statt 14x. Auch die zunächst befristete Anstellung haben mich etwas misstrauisch gemacht.
Jetzt bin ich ja mehr oder weniger frisch von der Uni und kann das Ganze nicht optimal einschätzen. Man findet ja ein paar Daten zum Einstiegsgehalt, aber diese geben meist nur den Median wieder, sind veraltet oder geben überhaupt die Gehälter erst nach ein 1 oder 3 Jahren an. Wie dem auch sei, könnt ihr mal eure Meinungen zum Angebot teilen?
Wäre es zum Beispiel sinnvoll eine Neuverhandlung beim Wechsel von befristet auf unbefristeten Vertrag vorzuschlagen und beim Erreichen der vorher festgelegten Ziele xy Gehalt zu vereinbaren?
Meiner Meinung nach hängt das weitere Vorgehen von zwei Faktoren ab:
1. Wo willst du hin im beruflichen Leben / Was sind deine Ziele?
2. Wie reif bist du schon?
Zu 1. Klassische Zielkaskadierung. Du findest heraus wo du hin willst, danach überlegst du dir die "großen" Meilensteine dafür. Danach brichst du das weiter herunter auf kleinere Etappen und Schritte, bis du einen klaren Aktionsplan für die nächsten 2-3 Jahre hast. Dann gehst du in die Umsetzung (und merkst dann, dass die Realität ganz schnell die aufgestellten Pläne über den Haufen wirft

)
Zu 2.
Wie realistisch ist es, dass du die dir gegebenen Tipps auch so klar und strukturierst umsetzt?
Ich bspw. war Anfang 20 zwar extrem motiviert und hatte sehr hohe Ansprüche an mich und meine Arbeit. Mir haben allerdings strukturelle bzw. analystische Faktoren gefehlt. Ich war einfach noch zu grün hinter den Ohren. V.a. was die Steuerung und Ausrichtung meiner eigenen Rolle in einem Unternehmen anging.
Kommilitonen von mir waren da einfach gefühlt 5 Jahre weiter im Kopf und konnten sich dementsprechend anders positionieren.
Warum ist es wichtig, das herauszufinden?
Je nachdem wie dein Stand ist, solltest du andere Entwicklungsschritte priorisieren. In Kurz: Welcher Job bildet dich in welchem Feld aus?