Carter T R hat geschrieben: 7. Jan 2026, 21:40
Danke für euren Input.
Wie gesagt, im Grunde nutze ich ein Template, wie du es für 4 Tage vorschlägst und bin auch mit der Progression und meiner Periodisierung (im Grunde ein "always ready" Ansatz, was vermutlich dasselbe ist, was du mit einer "ewigen Periodisierung" oder einer "ewigen Offseason" meinst, wobei ich durchaus alle 2/3 Cycle unterschiedliche Schwerpunkte setze, die aber nicht wettkampfbedingt sind) soweit im Reinen - und meine Trainingsdaten würde ich auch als objektiv analysierbar bezeichnen (ich verstehe aber, dass du dir nicht den ganzen Log anschauen willst ... wie wäre es mit dem Startpost?).
Habe mir den ersten Post mal angesehen. Zunächst mal Respekt zu den Ausdauerleistungen, habe daheim einen Concept2-Rower im Arbeitszimmer und kann z.B. die 6:57min für 2km etwas einschätzen - stark.
Was Kraft angeht, verstehe ich dich so: Du möchtest in Beuge, Heben und Bank (wahlweise Drücken) stark sein; sonstige Sachen aus dem Gym, z.B. die olympischen Lifts, spielen erstmal keine Rolle.
Grundsätzlich ist eine ewige Offseason/"always ready" mE ein gangbarer Ansatz, wobei es zwei Herausforderungen gibt:
- Man kann sich psychisch oder physisch beim immer gleichen Training etwas "totlaufen"
- Zum Starkwerden bedarf es zwei ENtwicklungen: Du musst a) die MUskelmasse und b) die Muskelansteuerung verbessern, also die klassischen Hypertrophie- und Leistungsausprägungsblöcke irgendwie mitinkludieren.
Wenn du 4mal pro Woche ins Gym willst (geht auch gut in 3), brauchst du an der grundlegenden Aufteilung nicht viel ändern.
Folgende Struktur passt mE gut:
TE1: 1. Beuge - nach Progressionsschema, 2. Heben- Volumen iVm Schwachstellentraining, 3. Beuge - Hypertrophie
TE2: 1. Bank - nach Progressionsschema, 2. Bank - Hypertrophie, 3. OK - Hypertrophie (Push&Pull)
TE3: 1. Heben - nach Progressionsschema, 2. Beuge - Volumen iVm Schwachstellentraining, 3. Heben - Hypertrophie
TE4: 1. Bank - Volumen iVm Schwachstellentraining, 2. Bank - Prehab, 3. OK - Hypertrophie (Push&Pull)
Konkrete Übungen und Wiederholungsschemata:
-
Progression: Grundsätzlich bieten sich für langfristigen Kraftaufbau 80-90% in den Bereichen 3-6 Wiederholungen an, wobei submaximal (RPE8-9) trainiert werden und mehrere Sätze ausgeführt werden sollte. Man könnte sich hier über einige Wochen innerhalb von 3 Arbeitssätzen z.B. von 80% und 6ern, über 5er@83% und 4er@87% zu 3ern@90% hinarbeiten.
Ich würde mich dafür, wenn persönliche Erfahrungen fehlen, an Prilepins Tabelle oder vergleichbaren Aufzeichnungen orientieren und diese schrittweise für sich adaptieren.
Zum Zyklusende, nach 3-5 Wochen, mal zumindest eine Übung austesten, wobei man hier keine Maximallast bestimmen muss, sondern allgemein einen schweren Topsatz im Bereich >=90% anstreben. Auf dieser Basis kann dann der neue Zyklus berechnet werden. Zwischen alten und neuen Zyklus ist - je nach Zykluslänge - in Deload sinnvoll. Das heißt aber nicht unbedingt 7 Tage leicht - vielleicht genügt schon das Einlegen von 2 lockeren GK-Einheiten.
- Im
zweiten wöchentlichen Training der Hauptübung wählst du eine Variante, die auf eine aktuelle Schwäche einzahlt. Bsp: Beim Beugen ist die Hüfte stärker als die Beine => du machst aufrechte Beugen mit hoher Ablage oder Kniebeuge vorne. AUf der Bank ist in der Mitte ein toter Punkt, über den du im Grenzbereich nicht/kaum drüber kommst => du baust genau an dieser Stelle einen zusätzlichen Stopp ein. Diese Variante trainierst du dann für ein paar submaximale Sätze im Bereich 75-80% (des Maximums der Variante) - mit Fokus auf strikte Ausführung und die entsprechende Schwachstelle. Ob das jetzt 2, 3 oder 4 Sätze sind und ob du dabei bis RPE 6, 7 oder 8 gehst, musst du selbst herausfinden. Maßgebliche Faktoren sind die sonstige Belastung (bei dir recht hoch), die Regeneration, das Alter, etc.
- Alles, was auf
Hypertrophie zielt, würde ich sehr flexibel lassen. D.h., phasenweise oder von Einheit zu Einheit Übungen und Ansatz wechseln. Bsp. Hypertrophie Beuge: vielleicht 4-6 Wochen ein Volumenansatz mit Beinpresse+Beinstrecker? und danach 4-6 Wochen einen schweren Satz (HIT-like) Hackenschmidt und Ausfallschritte? Danach vllt PITT oder RTS? Hier sollte Abwechslung für Kopf und Körper reinkommen - natürlich mit FOkus darauf, was für dich funktioniert. Einzige Bedingung: Die Gesamtbelastung stört nicht den Fortschritt in der Progression und es wird ein signifikanter Wachstumsreiz in für die Hauptübung relevanten Muskeln erzeugt.
Das ist alles kein schickes All-In-System - sondern langjährige Grundlagen, auf deren Basis man seine eigene Reise aufbauen kann.
Finde ich persönlich deutlich effektiver und sinnvoller als irgendein fertiges System X von Ami-Coach Y. Da du Erfahrung im Sport hast und reflektiert wirkst, denke ich, dass so ein individueller Ansatz für dich funktionieren wird.