Re: Was lest/hört ihr gerade?
Verfasst: 11. Mai 2025, 13:55
Ist auch wirklich stark gelesen!
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Seit langem mal wieder ein Drama gelesen, hab ich aus dem Fundus meines Vaters gerettet.Hamburg-Altona, 1959: Der Sohn eines der größten Industriellen Deutschlands hat sich seit seiner Rückkehr aus Russland, wo er als Schinder von Smolensk bekannt war, in sein Zimmer eingeschlossen. Dort hält er Verteidigungsreden vor einem imaginären Gericht: Entweder alle schuldig oder alle unschuldig! Nicht ertragen könnte er, den Wiederaufbau und Wohlstand der BRD mit ansehen zu müssen. Wenn Deutschland nicht von den Siegermächten vernichtet wird, ist alles sinnlos gewesen ... Der wahnhafte Versuch eines Kriegsverbrechers, mit seiner Schuld zu leben und vor seiner Verantwortung zu fliehen.
wobei hier quasi gar nichts war
), ganz im Gegenteil. Die Szene des Klassentreffens und auch die Diskussionen mit der Tochter waren wirklich extrem stark und man fühlt sich direkt in sein eigenes, zukünftiges Ich versetzt. Die Beschreibung der Zeit, die Atmosphäre, die Politik und der amerikanische Zeitgeist sind wunderbar eingefangen, den man auch als Nicht-Amerikaner sehr gut wahrnehmen, wenn auch nicht hundertprozentig verstehen kann.Eigentlich geht das gar nicht: die ganze Weltgeschichte auf 280 Seiten zu erzählen. Aber Alexander von Schönburg kann’s, und er tut es so elegant und leichtfüßig, dass man plötzlich süchtig wird nach Geschichte.
Er nimmt uns mit auf die Reise zu den wichtigsten Städten der Menschheit, von Babylon über Berlin bis New York. Die größten Helden werden benannt und die schlimmsten Schurken. Schönburg erzählt von Kunstwerken, Erfindungen und Ideen der Menschheit, vom Faustkeil bis zum Selfiestick. Zu Beginn, gleichsam zum Warmlaufen, fasst er über zwei Millionen Jahre Menschheitsgeschichte auf zehn Seiten zusammen, geleitet von der Frage: Wie hat es eine eher unbedeutende Affenspezies – in der Nahrungskette irgendwo zwischen Schaf und Feldhamster – geschafft, sich die Erde untertan zu machen?
Überraschende Durchblicke quer durch das Dickicht der Jahrtausende, pointierte Anekdoten und Porträts (was verbindet Wladimir Putin und Karl den Großen?) und verblüffende Einsichten machen das Buch zu einem Leseerlebnis und zu einem echten Schönburg. Was er Ihnen über Geschichte nicht erzählt, werden Sie nicht vermissen.
Sammlung gemeinfreier Literatur
Die freie digitale Bibliothek hat sich zum Ziel gesetzt, diese und weitere Werke, auf die keine Copyrightansprüche bestehen,..
der Öffentlichkeit frei zugänglich zu machen ("gemeinfrei"),
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Schwierig zu bewerten. Ich habe es mir bei Audible geholt, weil ich gerne die gesamte "amerikanische Trilogie" und insbesondere "the human stain" lesen wollte. Die Bücher haben aber nur den Erzähler, Nathan Zuckerman (Roths alter ego), gemeinsam. Daher kann man sie auch gut getrennt voneinander lesen. "I married a communist" hingegen ist extrem ähnlich zu "American Pastoral": vom Setting und der Erzählweise, den Inhalten, etc. Es geht hier aber primär um Verrat auf vielen Ebenen, um die McCarthy Ära, Kommunismus und Antisemitismus in den USA sowie das gesellschaftliche Zusammenleben. Wie bei "American Pastoral" ist das alles sehr stark beschrieben und unterhaltsam. Nichtsdestotrotz ähnelt es mir zu sehr "American Pastoral", dass es mir jetzt als direktes Buch danach nicht so gut gefallen hat.I Married a Communist charts the rise and fall of Ira Ringold, an American roughneck who begins life as a ditchdigger in 1930s New Jersey, becoming a big-time radio hotshot in the 1940s. In his heyday as a star - and as a zealous, bullying supporter of 'progressive' political causes - Ira marries Hollywood's beloved leading lady, Eve Frame. Their glamorous honeymoon is short-lived, however, and it is the publication of Eve's scandalous bestselling expose that identifies Ira as 'an American taking his orders from Moscow'.
In this story of cruelty, betrayal, and savage revenge, anti-Communist fever pollutes national politics and infects the relationships of ordinary Americans; friends become deadly enemies, parents and children tragically estranged, lovers blacklisted and felled from vertiginous heights
Eins der wichtigsten Werke der Weltliteratur und jedem bekannt, aber von kaum jemanden gelesen. Ich bin ehrlich, ich hätte es ohne den Lesekreis auch nicht angefangen und wahrscheinlich erst recht nicht beendet, denn sprachlich ist das Buch eine große Herausforderung. Natürlich, es ist ja auch fast 3000 Jahre alt.Wie ein Paukenschlag markiert die »Ilias« den Beginn der abendländischen Literatur: als Groß-Epos, das die heute allbekannte Geschichte vom zehnjährigen Kampf um Troja erzählt, indem es doch nur die Handlung von rund 50 Tagen aus dem letzten Kriegsjahr schildert. Schon dieser erzähltechnische Kunstgriff zeigt die kompositorische Meisterleistung, durch die das Werk poetische Maßstäbe für alle Zeiten setzte – und der Name Homers zum Inbegriff des Dichters schlechthin wurde. Die Übersetzung von Roland Hampe liegt in der Versform vor.
Bitte weiter loggen, damit das keine one man show hier wirdStewardess hat geschrieben: ↑12. Jun 2025, 17:09 Bin dieses Jahr nicht so fleissig wie du @Knolle.
Bisher nur 14 Bücher gelesen/gehört.
Hab jetzt aber im Urlaub zwei tolle Bücher beendet.
Einmal "Blutmond" von Jo Nesbo (Harry Hole Reihe).
Einfach wieder Bockstarker Thriller.
V.a. im direkten Vergleich mit Jussi Adler Olsen zeigt Jo Nesbo eindrucksvoll wie man auch eine Kriminalserie dauerhaft sehr gut schreiben kann und auch den Protagonist glaubhaft als abgefucktes Wrack aufbauen kann.
Und das zweite ist "Verratenes Land" von Greg Iles gewesen.
Ist bisher Anwärter auf mein Buch des Jahres.
Laut Beschreibung läuft das Buch als Thriller / Krimi. Es wird auch von der Aufklärung eines Mordes getragen, ist für mein Empfinden aber viel, viel mehr.
Vorallem ein Buch über Schuld, Trauer, Verantwortung, Moral, das Überwinden von Schicksalschlägen und Rückschlägen.
Insbesonders die ersten ~200 Seiten sind mehr sehr tief ins Mark gegangen mit "Was wäre wenn mir das passiert wäre usw". Bin für solche Themen wie Kindstod usw. aber auch viel sensibler geworden seit sich selbst einen Sohn habe.
Absolute Empfehlung mit 5/5 Stewis.
Im Moment lese ich: Ein Sommer in Niendorf von Heinz Strunk (bisher Empfehlung, grandios unterhaltsam geschrieben)
und höre ich: Nexus von Yucal Noah Harari (gewohnt ausufernd aber informativ) und Building a Story Brand von Donald Miller (endlich mal wieder ein nützliches Entrepreneur Buch)