summerset hat geschrieben: 9. Mai 2024, 13:45
ABBC3_SPOILER_SHOW
husefak hat geschrieben: 9. Mai 2024, 12:35
Ich seh immer nur Typen am Berg mit nem Grinsen im Gesicht und ohne sichtbare Anstrengung im dicksten Gang an mir vorbeifahren, während ich 300W in die Kurbel presse. Im Flachen sieht man die Typen dann ganz schnell nicht mehr, weil der Motor sich bei 25 Sachen abschaltet.
In dieser Touri-Region hier siehst' halt hauptsächlich Senioren, die damit fahren. Da hat gefühlt jeder ein eBike. Aber die trainieren halt nicht - die machen einen Ausflug. Die von dir genannten Typen trainieren vielleicht halt auch nicht - die machen einen Ausflug. Oder pendeln. Oder machen eine Besorgung.
Erzähl mir niemand das wäre Radfahren. Das sieht vllt. so aus, das is aber alles.
Trotzdem ist das mit dem "kein Radfahren" halt Unfug. "Radfahren" ist mehr als nur "Sportradfahren". Erstmal ist das eine Art von Mobilität, i. e. ein Fahrrad ist ein Gerät, mit dem man von A nach B kommt.
Abgesehen davon: du kannst auch mit einem eBike entsprechend so fahren, dass du Pulsfrequenzen im GA1-Bereich (oder höher) fährst. Nimmst halt weniger Unterstützung rein. Das scheint aber quasi so gut wie keinem bekannt zu sein, der nicht selbst so ein Ding mal gefahren ist bzw. fährt.
Ich finde eBike (bzw. mein S-Pedelec) prima, wenn meine Beine platt sind und ich dann einen schönen Recovery-Ride mit Puls 120 machen kann. Einen Ausflug halt, weil Wetter geil. Ist in erster Linie für mich aber Nutzfahrzeug hier am Ort, weil mein Auto an meinem zweiten Wohnsitz steht, da ich mit der Bahn am WE nach Hause fahre. Steht im Fahrradschuppen, Wartung relativ günstig, kein Parkplatzproblem, wenn ich da bin, wo ich hin will, einmal im Jahr halt Mofa-Kennzeichen holen.
Radfahren ist mehr als "trainieren". Und wenn ich das
will, kann ich mit dem Mofa-Fahrrad auch schön im GA1 fahren. Dann nehme ich weniger Unterstützung rein. Hab' ich da keinen Bock drauf, weil ich eben einfach nur Einkaufen will in der nächsten Mittelstadt, die 20 km entfernt ist, dann fahre ich mit mehr Unterstützung.
Verstehe diese Hochnäsigkeit und das Naserümpfen gegenüber eBike-Fahrern nicht. Nicht jeder fährt mit dem Rad, um zu trainieren. Jeder, der damit fährt anstatt das Auto zu bemühen - finde ich gut.
TL;DR:
Hast sicher mit einigem Recht, wenn DU das so handhabst, und ich verstehe auch den Schlipsträger, der auf dem Arbeitsweg nicht schwitzen will, but...
Liste of Unmut:
...hier scheint keiner der E-Bike Fahrer mit wenig Unterstützung zu fahren, immer größter Gang und Stampftritt mit minimalster vorstellbarer Trittfrequenz
...E-Biker spawnen immer in Scharen und können einfach nicht fahren. Sprich: es wird nichts angezeigt, kein Abbiegen, kein unverhofftes Bremsmanöver, Blick zurück geht scheinbar auch nicht, es wird grundsätzlich nebeneinander gefahren ohne Platz zu lassen/machen, gerne auch im Gegenverkehr. SO fahren die sicher auch Auto...
...verstopfen die somit die Wege, auf denen man vorher schön autofrei trainieren konnte und sind eine nicht mehr versiegende Quelle an Ärger
Wall of Text:
Seit 25 Jahren machen wir die Gegend rund um Stuttgart mit unseren Rennern unsicher. Hoch bis Heilbronn, runter bis Schwarzwald/Bodensee, rechts und links raus, Touren von 50 bis 150km, überwiegend autofrei auf asphaltierten Feldwegen. Früher bin ich noch Amateurrennen gefahren, seit 2008 nur noch für Spaß unterwegs. Keine Watt- oder Pulsmesser mehr, keine Trainingspläne. Einfach der Nase lang, nach Lust und Laune, mal schnell, mal langsam, mal lang, mal kurz, mal alleine, mal Testo-Ride mit den Jungs oder ruhige Ausfahrten mit meiner Frau.
Aber das macht heute keinen Spaß mehr, weil Horden vom Menschen in Jack Wolfksin/Northwave/Vaude Trekkingklamotten auf Mofas mit immer eingeschaltetem Licht (!) die Wege blockieren und man mehr aufpassen muss, was DIE machen, als alles andere. Die Unfallgefahr ist mit den Pappnasen einfach sehr stark gestiegen, weil sie nicht wissen, was sie tun. Bis jetzt hab ich immer noch richtig reagiert, aber i-wann wird es bestimmt mal rappeln, I am sure. In den Alpen, Vogesen, Eng oder Walchensee möcht ich gar nicht mehr radfahren, wenn ich das hier erlebte darauf transponiere. Da herrscht sicher Lebensgefahr bei den Abfahrten.
Und wenn ich dann sehe dass man die Räder trotz S Kennzeichen an Max-Eyth-See oder untem am Neckar vom Hänger ablädt, um dann einmal um den See zu gondeln oder 10km Strecke zu machen, würd ich mir wünschen, die würden wie früher noch auf der Couch liegen. Das hilft weder Mensch noch Umwelt. Mein Rad ist noch nirgends mit dem Auto hingefahren worden, wenn ich die Stelle auch mit dem Rad erreichen kann.
Es ist echt zum Kotzen, hier konnte man früher am Neckar in ner Schleife lockerst 100km GA Training abreissen, und die 10 Hanseln, die man traf hat man sogar gekannt. Oder auch alternativ Nase aerodynamisch aufs Vorderrad und gib ihm für kilometerlange Intervalle ohne Ampeln. Das würd ich mich heut gar nicht mehr trauen, weil ich wsl. nach 200m im Hinterbau von nem E-Bike lande, das vor mir rumzuckt.
Und wo man früher im Sommer vor den Touris einfach in die Hügel und Mittelgebirge flüchten konnte, biste heute auch nicht mehr sicher. Weil die Mofas zwar überall hoch, aber dann auch nicht mehr runterfahren können.
Also nee, von mir aus hätte der Boom ausbleiben dürfen. Uns schränkt das mehr ein als alles andere.