Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread
Verfasst: 5. Feb 2026, 11:57
Ich kotz mich mal aus.
Wir hatten diese Woche die 7. Entlassungsrunde seit Oktober 2023. Diesmal hat es 17 MA getroffen.
In meinem Verantwortungsbereich waren wir im September 2023 noch 185 MA, jetzt 76.
Schlechte Auftragslage und seit kurzem eine Strategie möglichst viel in unseren ausländischen Werken machen zu lassen sowie Teile einzuaufen die wir auch machen könnten, weil eben billiger.
Ich bin inzwischen recht lange FK und akzeptiere das so was ein Teil des Jobs ist. Und in bestimmten Situationen habe ich auch kein Problem damit.
Wenn Entlassungen anstehen ist es am Anfang, w¨harend der ersten Runden, immer so dass man es auch nutzen kann um "aufzuräumen". Also die loswerden wo man es im Grunde verpennt hat. Aber es kommt ein Punkt wo einfach nur noch gute Leute da sind. Man feuert dann Leute die einfach nichts falsch gemacht haben. Weil sie die "schlechtesten" von den guten sind
Und es kommt eben der Punkt wo man nur noch danach gehen kann wie man den Rest an Arbeit der noch da ist am besten bewältigen kann. Ohne Rücksicht auf die persönlichen Umstände derer die man entlässt.
Diesmal:
- Einer der grosse Problem mit seinem Sohn hat (teenager, droht mit Suizid)
Einer der der totale Einzelgänger ist hatte nur seine Mutter und die ist vor einem Jahr gestorben. Der ist nicht wiklich gut (macht nie Fehler aber extrem langsam) aber ich habe den immer auf meinem "gutes Karma" Konto behalten.
- Einer der seine Kinder nicht sehen darf weil die Ex ihn beschuldigt die missbraucht und misshandelt zu haben (absolut unvorstellbar bei dem). Ich wollte einen anderen aus dem Team entlassen, der ist aber geschützt weil Arbeitsschutzbeauftragter.
- Einer dessen 2 Jährige Tochter an Leukämie erkrankt ist.
Ich habe meinen Job selber gewählt, und akzeptiere dass auch harte Entscheidungen getroffen werden müssen. Aber mich nimmt so was einfach mit. Und ja, mit ist klar, dass es für die die entlasen härter ist als für mich der damit hadert kein guter Mensch sein zu können.
Als das ganze gesten durch war habe ich alle zusammengerufen und gesagt was passiert war. Das wollte unsere GF so. Ich sollte dann erklären warum und dass es eben notwendig war wegen Konkurrenzfähigkeit und so. Den Teil habe ich weggelassen, nur gesagt was die neue Strategie ist. das andere konnte ich nicht sagen.
Das tolle war, dass unsere gesamte GF auf einem Meeting in China war, also keiner von denen sich da hinstellen musste und deren Entscheidungen erklären.
Das musste raus, danke fürs "zuhören."
Wir hatten diese Woche die 7. Entlassungsrunde seit Oktober 2023. Diesmal hat es 17 MA getroffen.
In meinem Verantwortungsbereich waren wir im September 2023 noch 185 MA, jetzt 76.
Schlechte Auftragslage und seit kurzem eine Strategie möglichst viel in unseren ausländischen Werken machen zu lassen sowie Teile einzuaufen die wir auch machen könnten, weil eben billiger.
Ich bin inzwischen recht lange FK und akzeptiere das so was ein Teil des Jobs ist. Und in bestimmten Situationen habe ich auch kein Problem damit.
Wenn Entlassungen anstehen ist es am Anfang, w¨harend der ersten Runden, immer so dass man es auch nutzen kann um "aufzuräumen". Also die loswerden wo man es im Grunde verpennt hat. Aber es kommt ein Punkt wo einfach nur noch gute Leute da sind. Man feuert dann Leute die einfach nichts falsch gemacht haben. Weil sie die "schlechtesten" von den guten sind
Und es kommt eben der Punkt wo man nur noch danach gehen kann wie man den Rest an Arbeit der noch da ist am besten bewältigen kann. Ohne Rücksicht auf die persönlichen Umstände derer die man entlässt.
Diesmal:
- Einer der grosse Problem mit seinem Sohn hat (teenager, droht mit Suizid)
Einer der der totale Einzelgänger ist hatte nur seine Mutter und die ist vor einem Jahr gestorben. Der ist nicht wiklich gut (macht nie Fehler aber extrem langsam) aber ich habe den immer auf meinem "gutes Karma" Konto behalten.
- Einer der seine Kinder nicht sehen darf weil die Ex ihn beschuldigt die missbraucht und misshandelt zu haben (absolut unvorstellbar bei dem). Ich wollte einen anderen aus dem Team entlassen, der ist aber geschützt weil Arbeitsschutzbeauftragter.
- Einer dessen 2 Jährige Tochter an Leukämie erkrankt ist.
Ich habe meinen Job selber gewählt, und akzeptiere dass auch harte Entscheidungen getroffen werden müssen. Aber mich nimmt so was einfach mit. Und ja, mit ist klar, dass es für die die entlasen härter ist als für mich der damit hadert kein guter Mensch sein zu können.
Als das ganze gesten durch war habe ich alle zusammengerufen und gesagt was passiert war. Das wollte unsere GF so. Ich sollte dann erklären warum und dass es eben notwendig war wegen Konkurrenzfähigkeit und so. Den Teil habe ich weggelassen, nur gesagt was die neue Strategie ist. das andere konnte ich nicht sagen.
Das tolle war, dass unsere gesamte GF auf einem Meeting in China war, also keiner von denen sich da hinstellen musste und deren Entscheidungen erklären.
Das musste raus, danke fürs "zuhören."