maximised hat geschrieben: 6. Feb 2026, 10:03
martin1986 hat geschrieben: 6. Feb 2026, 10:00
Certa hat geschrieben: 5. Feb 2026, 19:38
Müsste der impact vom Sondervermögen sein oder?
Aufträge aus dem Ausland sind aber auch gestiegen, das ist eher nicht das Sondervermögen. Beim Inland kann es sein, wobei ich auch da etwas skeptisch wäre - wie man anderer Stelle sieht, stocken die Investitionen weiter bzw. hängen oftmals noch im deutschen bürokratischen Wasserkopf fest. Aber zumindest im Bereich Rüstung geht was.
Wer btw. weiterhin im Minus ist, ist der Automotive-Bereich...
Wenn Automotive so weiter macht kommen sie da auch nicht mehr raus. Einfach keine Innovationen mehr.
Würde ich jetzt nicht so sagen, zumindest nicht für die OEMs.
Die deutschen Autobauer haben strategische Fehler gemacht in Sachen E-Mobilität. Das hat dazu geführt, dass viel Zeit verloren gegangen ist, 1-2 Generationen deutscher Elektroautos technologisch hintendran waren und ein Marketing- und Kommunikationsdesaster entstanden ist.
Mittlerweile sieht das wieder etwas anders aus: Mercedes (z.B. CLA), BMW (neue Klasse), VW (z.B. ID7) und sogar Audi (z.B. Q6 e-tron) haben BEVs, die wieder im Bereich state-of-the-art sind.
Das ist eine positive Entwicklung, aber sie muss noch weitergehen: Die Autos sollten nicht nur zu den Besten gehören, sondern die Maßstäbe setzen. Das enorme Entwicklungs- und Innovationstempo der Chinesen muss in den teils eher traditionellen Konzernen dauerhaft adaptiert werden. Und es muss eine Antwort auf die aggressive Preispolitik der Chinesen geben: Hier muss die EU unterstützen, die Autobauer müssen besser und effizienter werden und es wird vermutlich auch im chinesischen Markt, nach der zu erwartenden Konsolidierung, nicht ewig derartige Kampfpreise geben.
Auch positiv ist, dass die Wertschöpfungskette von BEVs, die die dt. Hersteller zunächst - noch ein strategischer Fehler - im Bereich Batterietechnik viel zu stark outgesourced haben, ganz langsam wieder etwas mehr zu den Konzernen zurückkehrt. Am direktesten ist hier VW dran, die eigene Zellproduktionen aufbauen. BMW und Mercedes sind zumindest im Bereich Forschung sowie Beteiligungen wieder besser aufgestellt und hier auch wieder zu Innovation fähig. Auch in den Bereichen Software und autonomes Fahren wurden Schwächen behoben (z.B. VW durch Kooperation mit Rivian) und Stärken weiter ausgebaut (z.B. autonomes Fahren/Fahrassistenten bei Mercedes).
Außerdem muss das Thema Verbrenner gut gemanaged werden, hier haben wir weiterhin Spitzentechnologie und diese Kuh muss unbedingt weiter gemolken werden - nicht auf Kosten der E-Mobilität, sondern gerade um den nötigen Cash Flow zu haben, um in E-Mobilität investieren zu können.
Ich persönlich denke, die dt. OEMs haben weiter große Herausforderungen vor sich, aber es sind positive Trends erkennbar und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie es mittelfristig wieder in Sachen Technologie und Rendite an die Spitze schaffen - allerdings mit 3-4 großen, neuen Konkurrenten.
Was das ganze Ökosystem an Zulieferern angeht, trennt sich eben gerade die Spreu vom Weizen. Viele Unternehmen sind zu wenig diversifiziert und können sich nicht schnell genug transformieren, um den neuen Anforderungen eines größeren Anteils an BEVs gerecht zu werden. Allgemein sinkt der Bedarf an Zulieferteilen und wird dies auch noch weiter tun, von daher wird hier leider noch einiges passieren. Die besten Unternehmen passen sich an die neuen Marktbedingungen an - prinzipiell spricht nichts dagegen, dass deutsche Mittelständler und Ingenieure zukünftig eben nicht mehr Spaltmaße, Getriebe und Werkstoffe für Motoren und Karosserien perfektionieren, sondern Zellchemien und -designs optimieren und hier Innovation schaffen. Das ist aber natürlich eine riesige Umstellung und viele werden es nicht schaffen.