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Skagerath hat geschrieben: 1. Mai 2024, 09:25
270 Quadratkilometer ? Also so ungefähr die Gemeindefläche von Erfurt...?
Dann brauchen die Ukrainer auch kein Taurus, wenn es so schlecht für Russland läuft, ebenfalls auch eigentlich keine Hilfen, da die Russen eh kaum voran kommen. Wieso Ressourcen verschwenden
Wo steht, dass es schlecht läuft.
Die Russen haben die Initiative und man rechnet mit größeren Offensivaktionen. Die Ukraine hat nicht genug Material.
Es läuft für beide Seiten schlecht
Ist doch NUR eine Gemeindefläche von Erfurt.....................
Genug Punkte?
Re: Ukraine Konflikt
Verfasst: 1. Mai 2024, 11:45
von Gurkenplatzer
Verglichen mit der Gesamtfläche und der Ukraine ist es wenig.
Gleichzeitig sollte man schauen, wieviele Verluste diesen minimalen Gewinn erzielt haben.
Und dann muss man merken, dass unsere Maßstäbe keine Rolle spielen oder nicht anzusetzen sind.
Re: Ukraine Konflikt
Verfasst: 1. Mai 2024, 12:31
von ric505
Mensch, masse, material. Das fehlt der ua imo und da muss sie dringend handeln.
"USA werfen Russland Einsatz von Chemiewaffe gegen ukrainische Streitkräfte vor
Russlands Armee habe den Kampfstoff Chlorpikrin gegen ukrainische Truppen eingesetzt, erklärte das US-Außenministerium. Und dies sei kein Einzelfall.
Die USA haben Russland die Nutzung chemischer Kampfstoffe in der Ukraine vorgeworfen. Russland habe "die chemische Waffe Chlorpikrin gegen ukrainische Streitkräfte" unter Verletzung der Chemiewaffenkonvention eingesetzt, erklärte das US-Außenministerium am Mittwoch (Ortszeit). Russland habe außerdem Reizstoffe als Mittel der Kriegsführung in der Ukraine verwendet. Dabei handele es sich ebenfalls um einen Verstoß gegen die Chemiewaffenkonvention.
Der Einsatz solcher Chemikalien sei kein Einzelfall. Die russischen Truppen wollten damit vermutlich die ukrainischen Streitkräfte aus befestigten Positionen verdrängen und taktische Fortschritte auf dem Schlachtfeld erzielen, erklärte das US-Außenministerium weiter.
Sanktionspaket gegen Russlands Unterstützer
Russland hat erklärt, kein militärisches Chemiearsenal mehr zu besitzen. Das Land steht jedoch unter Druck, mehr Transparenz über den vorgeworfenen Einsatz von giftigen Waffen zu schaffen.
Der US-Gesundheitsbehörde National Institutes of Health zufolge wird Chlorpikrin als Kampfstoff und als Pestizid eingesetzt. Beim Einatmen besteht demnach ein Gesundheitsrisiko.
Washington verhängte derweil ein neues Sanktionspaket gegen Unterstützer des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Wie das US-Finanzministerium mitteilte, richten sich die Strafmaßnahmen gegen rund 300 Menschen und Unternehmen. Betroffen sind Firmen aus Russland, China und anderen Staaten, denen vorgeworfen wird, Moskau bei der Beschaffung von Waffen und Rüstungsgütern für den Ukraine-Krieg zu helfen."
"
«Russophobie» ist eine Erfindung von Putins Propaganda – seine «Westphobie» dagegen ist real
Um sein Gewaltregime gegen innen zu stabilisieren, stützt sich Putin auf eine angeblich «ewige Feindschaft» des Westens gegen Russland. Sein Propagandaapparat hat daher die Mär von dessen «Russophobie» in die Welt gesetzt – keineswegs ohne weltweiten Erfolg.
Es gibt in Russland ein Phänomen, das kaum je zur Sprache kommt. Es handelt sich um den Hass auf den Westen, man kann ihn auch «Westphobie» nennen. Er ist die Fortsetzung des ideologischen Hasses auf den Systemfeind, den die Sowjetunion im Kampf für den Weltkommunismus pflegte und der nun in Russland als militante Ablehnung jeder liberal-demokratischen Gesellschaftsordnung westlicher Provenienz kultiviert wird.
Damals wie heute erscheint der Westen als die Ursache für alles Übel. Lehnte er einst die Utopie der Diktatur des Proletariats ab, so die Lesart, kann er heute die russische Lebensart, die politische Ordnung und Führung des Landes nicht akzeptieren. Dabei hat der Westen offenbar nichts Besseres zu tun, als unentwegt danach zu trachten, Russland zu untergraben und das Russische zu zerstören sowie den Russen die eigenen Ansichten aufzuzwingen, wozu er Geheimdienste ebenso nutzt wie alle Arten von Medien und zahllose NGO.
Universale Gleichschaltung
Solches wird der russischen Bevölkerung Tag für Tag, siebenmal in der Woche vom Kreml und von seinen Propagandisten eingetrichtert. Dabei ist es keineswegs so, dass man selber der eigenen Mär nicht glaubt. Entsprechend werden Verschwörungstheorien auf staatlicher Ebene zu Politik gemacht.
Die Mehrheit der Bevölkerung hat sich dieses Narrativ als Wahrheit zu eigen gemacht – sie kennt kein anderes. Aufgrund der Gleichschaltung der Massenmedien unter Putin konnte die russische «Westphobie» immer grössere Ausmasse annehmen. Hinzu kamen zunächst Behinderungen und danach Verbote aller nichtstaatlichen Organisationen, welche der Kreml-Politik distanziert gegenüberstehen.
Mittlerweile hat die «Westphobie» den Rahmen der Innenpolitik gesprengt und ist zur Maxime der Aussenpolitik geworden.
Die rigorose Verfolgung Andersdenkender als Fremdkörper, ja Feinde und Verräter war in der Sowjetunion und ist in Russland an der Tagesordnung. Wer Kritik übt, kann nur ein Werkzeug des Westens sein. Die «Westphobie» soll die russische Bevölkerung einen und sie bedingungslos die Politik der Führung unterstützen lassen. Dazu dient auch der Nationalismus, mit dem der Bürger ständig in jeder möglichen Form überschüttet wird.
Die Mehrzahl der Bevölkerung nimmt daran keinen Anstoss, solange die nicht allzu hochgesteckten Grundbedürfnisse wie Nahrung, Heizung und Rente abgedeckt sind. Die verschwindend kleine Minderheit, die dagegen aufbegehrt, wird vom übermächtigen, stets wachsenden staatlichen Verfolgungsapparat ins Visier und in die Mangel genommen. Die jahrhundertealte Erziehung zum Untertan und die Angst vor Verfolgung sind tief im Bewusstsein und wohl auch im Unterbewusstsein der Bürger verankert.
Mittlerweile hat die «Westphobie» den Rahmen der Innenpolitik gesprengt und ist zur Maxime der Aussenpolitik geworden. Grossrussischer Nationalismus paart sich mit Bedrohungsphobien und Verschwörungstheorien und mündet in den Traum von imperialistischer Landnahme in den Nachbarstaaten. Der nach dem Ende der Sowjetunion verlorene Grossmachtstatus soll wiederhergestellt werden.
Putins kriegerischer Revisionismus begann mit der blutigen Niederschlagung des Aufstands der nach Unabhängigkeit strebenden Tschetschenen und setzte sich dann in Georgien (Süd- und Nordossetien) fort. Es folgte die Besetzung der Krim und der Ostukraine, die Etablierung der «Volksrepubliken» Donezk und Luhansk. Die Aggression gipfelte im Überfall auf die ganze Ukraine, wo die Rechnung aber nicht mehr aufging. Durch den Krieg ist die Ukraine zu einem Bollwerk des Westens geworden. Die Russen sehen sich um ein Gebiet geprellt, das sie als historisches Kernland betrachten, wobei die Ukraine indes einen eigenen Kulturraum darstellt.
Die «Westphobie» hat ein Spiegelbild, die angebliche «Russophobie» des Westens. Es ist dies ein Kampfbegriff des Kremls, der jeden, der mit Putins Politik nicht einverstanden ist, zum Rassisten stempelt. Die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja schrieb bereits 2017, dass es sich um ein Zauberwort handle, eine Phrase über etwas, das es gar nicht gebe.
Begründete Ablehnung
«Russophobie» bedeutet für den Kreml Kritik, Ablehnung, Verurteilung um jeden Preis. Sie umfasst Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Wissenschaft und sogar das Zwischenmenschliche. In der Tat gibt es im Westen eine dezidierte Ablehnung (fast) all dessen, wofür das Putin-Regime steht. Dabei handelt es sich aber nicht um Russophobie, sondern um eine natürliche Reaktion auf durch nichts zu rechtfertigende kriegerische und verbrecherische Handlungen.
Der ständige Vorwurf an das Ausland, «russophob» zu sein, dient nicht nur dessen moralischer Abstempelung, es setzt es auch unter Rechtfertigungs- und Erklärungszwang. Dabei macht sich der Kreml die Xenophobie der einfachen Leute zunutze. Nach Meinungsumfragen unterstützen über vier Fünftel der Russen Putin, allerdings ohne über die Konsequenzen von dessen Politik genau im Bild zu sein. Die Mehrzahl der Menschen lebt auf dem Lande und hat Zugang ausschliesslich zum regimehörigen Fernsehen. Sie lassen sich unschwer weismachen, dass ihre russische Lebensart bedroht sei, und entsprechend leicht kann Putin den beschützenden Zaren mimen, der sich um die Sorgen und Nöte der kleinen Leute kümmert.
Die Angriffe auf den Westen wegen «Russophobie» nehmen zu, worin sich die Tatsache spiegelt, dass der Krieg in der Ukraine für die Moskauer Führung nicht nach Wunsch verläuft. Das System von «Westphobie» und «Russophobie» ist eine Propagandablase, die früher oder später platzen könnte.
"USA werfen Russland Einsatz von Chemiewaffe gegen ukrainische Streitkräfte vor
Russlands Armee habe den Kampfstoff Chlorpikrin gegen ukrainische Truppen eingesetzt, erklärte das US-Außenministerium. Und dies sei kein Einzelfall.
Die USA haben Russland die Nutzung chemischer Kampfstoffe in der Ukraine vorgeworfen. Russland habe "die chemische Waffe Chlorpikrin gegen ukrainische Streitkräfte" unter Verletzung der Chemiewaffenkonvention eingesetzt, erklärte das US-Außenministerium am Mittwoch (Ortszeit). Russland habe außerdem Reizstoffe als Mittel der Kriegsführung in der Ukraine verwendet. Dabei handele es sich ebenfalls um einen Verstoß gegen die Chemiewaffenkonvention.
Der Einsatz solcher Chemikalien sei kein Einzelfall. Die russischen Truppen wollten damit vermutlich die ukrainischen Streitkräfte aus befestigten Positionen verdrängen und taktische Fortschritte auf dem Schlachtfeld erzielen, erklärte das US-Außenministerium weiter.
Sanktionspaket gegen Russlands Unterstützer
Russland hat erklärt, kein militärisches Chemiearsenal mehr zu besitzen. Das Land steht jedoch unter Druck, mehr Transparenz über den vorgeworfenen Einsatz von giftigen Waffen zu schaffen.
Der US-Gesundheitsbehörde National Institutes of Health zufolge wird Chlorpikrin als Kampfstoff und als Pestizid eingesetzt. Beim Einatmen besteht demnach ein Gesundheitsrisiko.
Washington verhängte derweil ein neues Sanktionspaket gegen Unterstützer des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Wie das US-Finanzministerium mitteilte, richten sich die Strafmaßnahmen gegen rund 300 Menschen und Unternehmen. Betroffen sind Firmen aus Russland, China und anderen Staaten, denen vorgeworfen wird, Moskau bei der Beschaffung von Waffen und Rüstungsgütern für den Ukraine-Krieg zu helfen."
Ist das auch ne "rote Linie" ?
Für wen soll das eine rote Linie sein?
Für die Agent Orange Verbrecher?
Re: Ukraine Konflikt
Verfasst: 3. Mai 2024, 00:07
von Gurkenplatzer
Russland darf wüten so, wie es will.
Niemals vergessen: Russland arbeitet sich ja ab.
"USA werfen Russland Einsatz von Chemiewaffe gegen ukrainische Streitkräfte vor
Russlands Armee habe den Kampfstoff Chlorpikrin gegen ukrainische Truppen eingesetzt, erklärte das US-Außenministerium. Und dies sei kein Einzelfall.
Die USA haben Russland die Nutzung chemischer Kampfstoffe in der Ukraine vorgeworfen. Russland habe "die chemische Waffe Chlorpikrin gegen ukrainische Streitkräfte" unter Verletzung der Chemiewaffenkonvention eingesetzt, erklärte das US-Außenministerium am Mittwoch (Ortszeit). Russland habe außerdem Reizstoffe als Mittel der Kriegsführung in der Ukraine verwendet. Dabei handele es sich ebenfalls um einen Verstoß gegen die Chemiewaffenkonvention.
Der Einsatz solcher Chemikalien sei kein Einzelfall. Die russischen Truppen wollten damit vermutlich die ukrainischen Streitkräfte aus befestigten Positionen verdrängen und taktische Fortschritte auf dem Schlachtfeld erzielen, erklärte das US-Außenministerium weiter.
Sanktionspaket gegen Russlands Unterstützer
Russland hat erklärt, kein militärisches Chemiearsenal mehr zu besitzen. Das Land steht jedoch unter Druck, mehr Transparenz über den vorgeworfenen Einsatz von giftigen Waffen zu schaffen.
Der US-Gesundheitsbehörde National Institutes of Health zufolge wird Chlorpikrin als Kampfstoff und als Pestizid eingesetzt. Beim Einatmen besteht demnach ein Gesundheitsrisiko.
Washington verhängte derweil ein neues Sanktionspaket gegen Unterstützer des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Wie das US-Finanzministerium mitteilte, richten sich die Strafmaßnahmen gegen rund 300 Menschen und Unternehmen. Betroffen sind Firmen aus Russland, China und anderen Staaten, denen vorgeworfen wird, Moskau bei der Beschaffung von Waffen und Rüstungsgütern für den Ukraine-Krieg zu helfen."
Ist das auch ne "rote Linie" ?
Für wen soll das eine rote Linie sein?
Für die Agent Orange Verbrecher?
Russland hat da mal, Ende der 90er , eine Chemiewaffenkonvention unterschrieben.. aber was geht Putin so ein belangloser Fetzen an, es geht ja gegen den durch den Westen gesteuerten Faschismus
"Putin und der Reiz des Bösen: Er erweist sich als Stratege und hat militärisch Erfolg
Putin musste im Krieg manche Niederlage einstecken, aber er lernt aus seinen Fehlern. Jüngst schien er dem Sieg so nah wie nie. Mit Selbstgefälligkeit stoppt ihn der Westen nicht."
ABBC3_SPOILER_SHOW
Keine Rede zum Ukraine-Krieg kommt ohne Verweis auf Wladimir Putin und seine Untaten aus: Aggressor, Kriegsverbrecher, Gewaltherrscher. Das Sündenregister lässt sich beliebig lange fortsetzen. Im wohligen Gefühl seiner Empörung übersieht der Westen allerdings eines – mit welcher Konsequenz Putin auf die Unterwerfung der Ukraine und eine grossrussische Einflusssphäre in Europa hinarbeitet. Diente sie nicht solch niederen Zwecken, würde die Zielstrebigkeit Respekt heischen.
Die Ukraine trat erst mit den Protesten auf dem Maidan ins westeuropäische Bewusstsein. Für Putin hingegen war sie schon lange der Fixstern seiner neoimperialen Politik. Erfolgreich brachte er den damaligen ukrainischen Präsidenten Janukowitsch von seinem proeuropäischen Kurs ab. Was dann kam, waren Etappen in einem von langer Hand vorbereiteten Drehbuch: die Annexion der Krim und die Okkupation der Ostukraine, nicht gerade ermöglicht, aber auf jeden Fall erleichtert durch die Naivität des Westens und die Gier nach Gas.
Der Kreml-Herrscher erkannte die Schwächen seiner Gegner
Der Kriegsbeginn war der Gipfelpunkt. Dem allerdings folgte eine Serie von Rückschlägen: der erfolgreiche Widerstand der Ukrainer, der rasche Verlust gerade erst eroberter Gebiete und andere katastrophale Fehlleistungen der russischen Kriegsmaschinerie. Doch Putin gab nicht auf, er widerstand, und er lernte.
Sukzessive korrigierte seine Armee ihre Mängel, und sie verstand, ihre Stärken auszuspielen: etwa ihre Luftüberlegenheit, mit der sie zwei Drittel der ukrainischen Energieproduktion zerstörte. Russland stellte auch schnell auf Kriegswirtschaft um und produziert derzeit mehr Waffen, als es in der Ukraine benötigt. Inzwischen dominieren die russischen Streitkräfte auf dem Schlachtfeld. Die an Zahl und Ausrüstung unterlegenen Ukrainer weichen erschöpft und demoralisiert zurück.
Putin kalkulierte auch die Schwächen seines zweiten Gegners in diesem Krieg, des Westens, richtig ein. Den fragilen Widerstandswillen der Europäer beispielsweise oder die Polarisierung der amerikanischen Innenpolitik. Putin, der Stratege.
Kein Wunder, dass der Kreml-Herrscher auf die antiliberalen Kreise in Europa und den USA eine solche Anziehungskraft ausübt. Das Böse fasziniert, vor allem wenn es Erfolg hat. In seiner Dämonie ist Putin ein anderer Staatsmann als die Führer des freien Europa, Scholz und Macron. Der eine ein Zauderer, der andere ein Schwätzer.
Deutschland liefert wie kein anderes europäisches Land Rüstungsgüter an Kiew. Gleichzeitig bringt es Scholz mit seiner Zögerlichkeit fertig, den Eindruck zu erwecken, als fürchte er Putins Vergeltung. Macron ergeht sich in Kraftmeierei, etwa seiner Ankündigung, Bodentruppen in die Ukraine zu entsenden. Doch den Worten folgen keine Taten. Was Macron zu viel an Selbstbewusstsein hat, fehlt Scholz. Zusammen sind die beiden die Inkarnation europäischer Verwirrung.
Gelänge es der russischen Armee, die Ukraine zweizuteilen und alle Gebiete östlich des Dnipro zu erobern, würde Putin triumphieren. Er wäre dann zwar immer noch ein Aggressor, Kriegsverbrecher und Gewaltherrscher. Er wäre aber auch ein Sieger. Und die Geschichte ist mit den Siegern.
Wird der Krieg am Dnipro «eingefroren» (wie die deutsche Sozialdemokratie in ihrer Blauäugigkeit einen solchen Triumph des Kremls nennt), bestimmt Moskau zum dritten Mal nach 1815 und 1945 das Schicksal Europas.
Die Mischung aus siegreichen Divisionen und politischer Entschlossenheit verliehe Putin eine Macht, der sich vor allem in Mittel- und Osteuropa kaum jemand entziehen könnte. Nachdem sich Nato und EU drei Jahrzehnte ostwärts ausgedehnt haben, würde nun die russische Einflusszone wachsen: in Richtung Westen. Obendrein hätte Putin der ganzen Welt vorgeführt, wie verletzlich der «Westen» ist, dieses seltsame Konstrukt aus wirtschaftlicher Stärke und moralischer Hybris.
So weit muss es nicht kommen. Der Krieg ist noch nicht entschieden. Das jüngste amerikanische Hilfspaket im Wert von 61 Milliarden Dollar verschafft Kiew die dringend benötigte Atempause. Es dauert noch einige Wochen, bis Waffen und Munition die Front erreichen, aber die Verteidiger werden ausharren. Zwar dürften die Russen weitere Geländegewinne erzielen, der entscheidende Durchbruch bleibt ihnen jedoch mit einiger Wahrscheinlichkeit versagt. Jeder ihrer Erfolge ist zudem mit sehr hohen Verlusten erkauft.
Die Lage ist allerdings immer noch prekär genug, um die Unterstützer der Ukraine zu einer ehrlichen Standortbestimmung zu zwingen. Nichts ist verfehlter als die notorische westliche Selbstzufriedenheit: Der Kalte Krieg wurde gewonnen; man steht auf der richtigen Seite der Geschichte mit einem dank Menschenrechten und Marktwirtschaft überlegenen Modell. Doch ist der Westen heute noch derselbe Westen, der einst in der Konfrontation mit der Sowjetunion obsiegte?
Damals gehörte es zu den unerschütterlichen Gewissheiten, dass freie Gesellschaften zwar langsam und widersprüchlich handeln, dass sie aber aufgrund des periodischen Machtwechsels und der konstanten Kritik von Opposition und Medien ihre Fehler korrigieren. Die Adaptionsfähigkeit galt als der entscheidende Vorteil gegenüber Diktaturen. Das ist vorbei. Lernfähigkeit demonstriert vor allem Putin.
Die Freunde der Ukraine machen ihre Fehler in Endlosschleife. Obwohl der Krieg nun schon in den dritten Sommer geht, liefern sie ihre Rüstungsgüter stets nach demselben Motto: zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben. Mit Selbstgefälligkeit stoppt man Putin jedoch nicht.
Autoritäre Regime können mit freien Gesellschaften konkurrieren
Zu Beginn des Krieges war die Zurückhaltung angebracht. Man wollte Putin nicht durch eine Überreaktion reizen und hoffte auf einen raschen Friedensschluss. Inzwischen sind die Fronten geklärt und die Illusionen zerstoben. Der Westen und Russland sind Feinde. Sie werden es für lange Zeit bleiben, auch wenn die Waffen schweigen. Der neue kalte Krieg ist Realität, obwohl er diesmal nur ein regionaler ist. In Asien ist die Situation noch eine andere. Dort brauchen der Westen und China einander wirtschaftlich noch viel zu sehr.
Gegenüber Russland ist jede Zurückhaltung überholt. Die westliche Strategie kann nicht mehr lauten, die Überlebensfähigkeit der Ukraine halbwegs zu sichern. Inzwischen geht es darum, Kiew zum Sieg zu verhelfen. Es geht darum, das Kalkül Putins mit aller Macht zu durchkreuzen, damit er am Ende nicht als der grosse Stratege dasteht.
Autoritäre Regime können längst mit freien Gesellschaften konkurrieren. In den Augen vieler erweisen sie sich sogar als überlegen. Der Krieg ist auch ein Schaulaufen im grossen Konflikt der Systeme. Die Zielstrebigkeit Putins und die Halbherzigkeit seiner Gegner in Berlin oder Paris sind jedenfalls keine Werbung für die Demokratie.
Setzt sich der Kreml durch, wird das Renommee des Westens weiter geschwächt. Das könnte auch die Machtbalance in Asien zuungunsten der USA und der EU verändern. Nach Afghanistan noch die Ukraine – irgendwann wird aus einem Verlierer-Image eine Tatsache. Sie könnte Peking zu einer rabiateren Gangart etwa gegenüber Taiwan ermutigen.
Dieser Gedankengang scheint selbst Trump plausibel. Immerhin zog er seinen Widerstand gegen das US-Hilfspaket zurück. Er hatte wohl die Geheimdienstberichte über die erlahmende Durchhaltefähigkeit der Ukrainer und Putins nahenden Sieg gelesen.
Die Europäer sollten nicht hinter Trump zurückstehen. Zumal sie noch einen weiteren Anreiz haben, um Russland entschlossen entgegenzutreten. Bei den Wahlen zum EU-Parlament können die Rechtspopulisten überall in Europa deutliche Zugewinne erwarten. Nicht wenige von ihnen sind der Faszination des Bösen längst erlegen. In ihren Reihen wimmelt es von Kreml-Groupies und chinesischen Spionen.
Manche Wähler in der ehemaligen DDR und in Mitteleuropa werden ihr Kreuzchen bei den Rechtspopulisten machen, weil sie Angst vor «dem Russen» haben. Die jahrzehntelange sowjetische Okkupation steckt ihnen in den Knochen. Appeasement aus Erfahrung.
Wer den Siegeszug etwa der AfD in Deutschland stoppen will, darf sich nicht aufs Demonstrieren und Lamentieren verlegen. Er muss zeigen, dass der Westen stark ist und allen illiberalen oder autoritären Modellen überlegen. Nur Leistung zählt – bei der Eindämmung der Migration wie auf den ukrainischen Schlachtfeldern. Der dämonische Zauber Putins wird nur gebrochen, wenn er eine unzweideutige Niederlage erleidet.
Re: Ukraine Konflikt
Verfasst: 6. Mai 2024, 14:18
von Skagerath
Anbei
Re: Ukraine Konflikt
Verfasst: 6. Mai 2024, 14:37
von GastXY
Putin reagiert nun auch darauf, Zitat:
„Putin ordnet Übungen mit taktischen Atomwaffen an“