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Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 28. Mär 2024, 22:13
von Kris_Law
Wieso beharren so viele auf den Freibetrag? Ich würde mich schwertun 6-stellige Summen zu investieren und dabei akribisch darauf zu achten, ja nicht mehr als 1000 Euro p.a Dividenden zu erhalten. Dann wird eben mal 25% auf Gewinne versteuert. Oder habe ich hier was aus der Deutschen jurisdiktion vertauscht
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 28. Mär 2024, 23:32
von clayz
Wer investiert denn 6 stellige Summen?

Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 28. Mär 2024, 23:35
von Jag.uar
clayz hat geschrieben: 28. Mär 2024, 23:32
Wer investiert denn 6 stellige Summen?
In den einschlägigen Foren (also auch hier) jeder.
In der normalen Welt fast niemand.
Daher auch der Durchschnitt von wenigen Highperformern (die mehrheitlich in Foren wie diesen unterwegs sind).
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 00:51
von Kris_Law
clayz hat geschrieben: 28. Mär 2024, 23:32
Wer investiert denn 6 stellige Summen?
Ich habe hier des Öfteren Portfolios im Wert von über 100k gesehen. Damit sind sie doch investiert
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 06:20
von Altmeister
Minen ziehen nun auch nach @Knolle
Equinox gestern mit soliden 15% am durchstarten.
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 06:21
von clayz
Okay, unterschied. Man hat Summe x investiert =/ man investiert Summe X.
Verstehe deine Frage trotzdem nicht. Warum sollte man unabhängig der Portfoliogröße nicht zusehen, dass man das ganze steueroptimal gestaltet?
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 07:36
von Lauch
Kris_Law hat geschrieben: 28. Mär 2024, 22:13
Wieso beharren so viele auf den Freibetrag? Ich würde mich schwertun 6-stellige Summen zu investieren und dabei akribisch darauf zu achten, ja nicht mehr als 1000 Euro p.a Dividenden zu erhalten. Dann wird eben mal 25% auf Gewinne versteuert. Oder habe ich hier was aus der Deutschen jurisdiktion vertauscht
Naja, wenn die Optimierung kostenlos ist, warum nicht. Vor allem gibt es hier ja auch noch weitere Vorteile.
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 07:37
von Lauch
gestiefelterKater hat geschrieben: 28. Mär 2024, 20:40
okey, also ist es letztlich ziemlich egal. Dann ist es wohl am sinnvollsten den thesaurierenden zu nehmen und die Ausschüttung einfach selbst zu machen wenn man es für richtig hält.
Ein Gegenargument könnte vielleicht noch sein dass so mancher ausschüttende nochmal einige solide Firmen im Pool hat die bei einem MSCI World ggf. nicht enthalten sind.
Naja, ein MSCI World hat exakt das selbe drin, egal ob thesaurierend oder ausschüttend.
Du meinst vermutlich ETFs auf Dividenden-Indizes? Die gäbe es ja sogar auch thesaurierend.
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 07:48
von Kämpfernatur
clayz hat geschrieben: 29. Mär 2024, 06:21
Verstehe deine Frage trotzdem nicht. Warum sollte man unabhängig der Portfoliogröße nicht zusehen, dass man das ganze steueroptimal gestaltet?
Wenn ich die letzten 20 Jahre mal Revue passieren lasse, dann...
- wurden aus 6000 DM Freibetrag erst 801 und später 1.000 Euro,
- wurde die Spekulationsfrist erst von 6 auf 12 Monate erhöht, und ist dann komplett entfallen,
- wurde die Anrechenbarkeit von Kosten der Geldanlage komplett gestrichen,
- wurde das Teileinkünfteverfahren durch die AbgSt. ersetzt (ok, bei Spitzensteuersatz wenig Unterschied)
- wurde 2018(?) die Steuerfreiheit von vor 2009 gekauften Fonds gestrichen und durch einen einmaligen Freibetrag von 100k ab dem Zeitpunkt ersetzt,
- wurde die Vorabpauschale für Fonds eingeführt.
Was steueroptimal ist, wird die Zeit zeigen. Und komm mir nicht mit "dann verkaufe ich halt vorher". Das hat man bei der Einführung der Abgeltungssteuer auch gedacht. Um das zu verhindern, hat man dann bei den damals so beliebten Indexzertifikaten (ETFs waren praktisch noch nicht existent) den Stichtag in die Vergangenheit gesetzt, so daß niemand mehr die Chance hatte zu reagieren...
Da Dividenden doppelt besteuert werden (einmal als Gewinn bei der Gesellschaft, einmal als Dividende beim Anleger) wurde hier bereits höchstrichterlich geklärt, das die AbgSt. das höchste der Gefühle darstellt - analog des früheren Teileinkünfteverfahrens. Allerdings werden Kursgewinne auf Ebene der Gesellschaft nicht besteuert.......
Fast mein gesamtes Berufsleben darf ich mir anhören "sorgt privat vor". Dann schaue ich mir die o. g. Steueränderungen an, nehme noch sowas wie den Entfall der Steuerfreiheit sowie die Absetzbarkeit von Beiträgen zu Lebensversicherungen hinzu...
Die Worte höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Von der Aufbruchsstimmung nach dem Krieg ist wenig geblieben. Dieses Land wird immer weiter heruntergewirtschaftet, und immer sozialistischer. Ehrlich gesagt würde es mich überraschen, wenn die Steuern für Kapitaleinkünfte nicht weiter erhöht und ggf. auch noch Sozialversicherungsbeiträge erhoben werden.
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 08:12
von Lauch
Ich würde dich verstehen würde es um irgendwelche Verrenkungen gehen wie ETF im Versicherungsmantel (was ich für eine furchtbare Sache halte). Aber einen anderen ETF anzusparen ist halt total unproblematisch und kostenlos.
Ich bin ja direkt froh über das System in Österreich mittlerweile. Da macht es sowieso keinen Unterschied ob Thesaurierer oder Ausschütter weil die internen Erträge versteuert werden und die sind immer gleich.
Was dich als Selbstständigen und deine private Altersvorsorge angeht: Ich sehe dich definitiv bald ins Rentensystem einzahlen. Ich weiß ehrlich gesagt garnicht, warum es in Deutschland keine Sozialversicherung für Selbstständige gibt (wie in Österreich wieder zB). Für uns IT-Freelancer ist ja alles super aber viele Selbstständige leben sowieso am Limit und die würden ja sogar davon profitieren und es wäre sozial, sie abzusichern.
Natürlich wäre der Gedanke, dem kleinen Selbstständigen gegenüber sozial zu sein, hier nicht der treibende Grund sondern eher um das Ponzi-Schema der Rente weiter am Laufen zu halten, damit es erst kracht, wenn ein anderer an der Macht ist.
Die Leute, die das supporten, vergessen ja immer, dass die neuen Einzahlenden nicht nur einzahlen sondern auch Ansprüche erwerben und die Last noch höher wird...
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 08:31
von Kämpfernatur
Lauch hat geschrieben: 29. Mär 2024, 08:12
Ich würde dich verstehen würde es um irgendwelche Verrenkungen gehen wie ETF im Versicherungsmantel (was ich für eine furchtbare Sache halte). Aber einen anderen ETF anzusparen ist halt total unproblematisch und kostenlos.
Ich sage auch nicht, das man das nicht machen kann. Ich warne nur vor dem Absolutismus. Was heute steuerlich optimal ist, muß es morgen nicht mehr sein. Gesetze ändern sich, zum Teil sogar rückwirkend. Und das selten zum Vorteil des Steuerpflichtigen.
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 09:06
von Kämpfernatur
Lauch hat geschrieben: 29. Mär 2024, 08:12
Was dich als Selbstständigen und deine private Altersvorsorge angeht: Ich sehe dich definitiv bald ins Rentensystem einzahlen.
Das Thema kommt seit 10 Jahren oder so immer wieder hoch, nur um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden. Irgendwann wird es sicher dazu kommen, weil das System zu marode ist. In allen bisherigen Entwürfen war aber immer von einer Altersgrenze die Rede. Betroffen sollte nur sein, wer das 39. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und auch keine eigene Vorsorge nachweisen kann.
Altersmäßig wäre ich daher draußen, und Vorsorge kann ich auch nachweisen. Auch wenn es aus Renditegesichtspunkten sicher nicht optimal ist, ich lasse die Lebensversicherung weiter laufen. 2,75% Garantiezins und das steuerfrei, da vor 2005 abgeschlossen. Und ich habe einen Nachweis für die Altersvorsorge, der wohl anerkannt werden wird. Bei Immobilien und Aktien ist das ja so eine Sache... Die garantierte Rente liegt auf oder über dem Maximalniveau der gesetzlichen Rente - da wird man mir nicht ans Bein pissen können.
Wie kaputt das System ist, sehe ich schon an meiner LV. Ich zahle weniger ein als ich bei der GRV müßte, und bekomme gleichzeitig mehr Rente. Und dabei ist die LV mit dem heutigen Wissen nicht unbedingt ein gutes Produkt

Aber naja... damals wußte ich es nicht besser.
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 09:16
von Lauch
2,75% Garantiezins ist für ein "risikofreies" (offiziell risikofrei, praktiksch muss man ja einer Versicherung vertrauen) Produkt eh gut. Aktuell gibt es einen höheren risikolosen Zins aber naja, wie lange noch? Und Aktien haben in der Vergangenheit schon öfters bewiesen, dass man nach 10 Jahren eine negative nominale (!) Rendite stehen haben kann, also etwas Langweiliges nebenher ist ja nicht übel.
Ich würde es aber nicht als strukturell besser als die gesetzliche Altersvorsorge sehen. Die Versicherungen haben sich in der Negativzinsphase schön mit den 0-1% langlaufenden Staatsanleihen vollgesogen, die sie nicht verkaufen können weil sie dann unterkapitalisiert wären. Dh es dauert lange, bis die aus der Scheiße wieder draußen sind und bis dahin zahlen neue Kunden deine Rendite.
Wenn Deutschland mit der Aktienrente wirklich einen Staatsfonds ala KENFO etablieren würde - das wäre fein. Mal sehen was daraus wird.
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 09:48
von Knolle
Altmeister hat geschrieben: 29. Mär 2024, 06:20
Minen ziehen nun auch nach @Knolle
Equinox gestern mit soliden 15% am durchstarten.
Nice! Da muss ich mal schauen, was die bei mir so machen
Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread
Verfasst: 29. Mär 2024, 09:48
von clayz
Kämpfernatur hat geschrieben: 29. Mär 2024, 08:31
Lauch hat geschrieben: 29. Mär 2024, 08:12
Ich würde dich verstehen würde es um irgendwelche Verrenkungen gehen wie ETF im Versicherungsmantel (was ich für eine furchtbare Sache halte). Aber einen anderen ETF anzusparen ist halt total unproblematisch und kostenlos.
Ich sage auch nicht, das man das nicht machen kann. Ich warne nur vor dem Absolutismus. Was heute steuerlich optimal ist, muß es morgen nicht mehr sein. Gesetze ändern sich, zum Teil sogar rückwirkend. Und das selten zum Vorteil des Steuerpflichtigen.
Mir ging es auch nur um das simple ansparen eine anderen etfs. Für alle anderen Konstrukte und evtl Sparmöglichkeiten, kenne ich nicht zu wenig aus.