An sich hast du Recht, dass an inhaltlicher Kritik wenig kommt.
Aber wenn jemand sich hinstellt und folgenden Satz sagt, "Jetzt ist der Punkt erreicht, wo endlich die schweigende grosse Mehrheit dieses Landes die Demokratie wieder zurückholen muss!", dann muss man sich über inhaltsleere doch nicht wundern.
In Anlehnung an die Rechnung von vor ein paar Seiten, dass die Bundesregierung ja eigentlich nur von wenigen gewählt wurde, lohnt es sich doch auch mal die Ergebnisse der Freien Wähler zu betrachten.
Die Freien Wähler haben 2018 11,6% der Stimmen erhalten, bei einer Wahlbeteiligung von 72,4% bei 9,5 Millionen Stimmberechtigten. Also haben grad mal knapp 800.000 Menschen die FW gewählt. (Nur zum Vergleich, die Grünen haben 17,6% der Stimmen erhalten, was etwa 1,2 Millionen Stimmen entspricht.)
Sich dann hinzustellen und zu behaupten, man selbst vertrete eine "schweigende Mehrheit" ist für mich fern ab von jeglichem Inhalt und hat auch mit Demokratie nichts zu tun.
Das ist reine Stimmungsmache und rüttelt meimes Erachtens nach schon an den Pfeilern der Demokratie ala "die anderen wurden zwar gewählt aber eigentlich vertrete nur ich wirklich das Volk".
Aber der Auftritt von Söder zeigt ja, dass die die Linken (so nenn ich SPD, Grüne, etc jetzt einfach mal) im Bezug darauf Recht haben, dass man Menschen mit bestimmten Meinungen nicht mehr für die bürgerliche Mitte gewinnen kann.
Söder driftet für mich immer mehr in völligen Populismus ab und merkt selbst nicht, wie das ihm und der CSU schadet. Anstatt selbst Politik zu gestalten, werden andere Parteien ins Kreuzfeuer genommen. Kollateralschäden auch an der Demokratie (s.o.) nimmt man dabei billigend in Kauf.
Sehr schade, aber was will man von einem CSU-Politiker im Wahlkampfmodus anderes erwarten.