skiox hat geschrieben: 21. Nov 2024, 14:35
Unvorstellbar. Früher musste man Karrikaturen politischer Persönlichkeiten und deren Weltanschauung in der Schule noch seitenfüllend interpretieren, heute werfen die dich bei einem indirekten Zitat auf den Scheiterhaufen und verbrennen dich wegen "Hassrede".
Das übergriffige Selbstverständnis des Leviathans ist ja hinlänglich bekannt, aber mit welchem Nachdruck hier einzelne Akteure vollkommen unbegründet eine Drohkulisse aufbauen und Exempel statuieren, ist ernsthaft besorgniserregend.
Der Post war laut Bericht keine Karikatur, sondern ein manipuliertes Bild - das ist schon mal ein Unterschied.
Der Chefredakteur des „Deutschland-Kurier“ hatte ein Foto bei X gepostet, worauf Faeser ein Blatt mit der Aufschrift „Ich hasse die Meinungsfreiheit!“ in die Kamera hält. Dazu schrieb er „Faeser HASST Meinungsfreiheit!“
Dazu wahrscheinlich nicht als künstlerisches Werk oder Satire gekennzeichnet, was dem Ersteller eine gewisse Freiheit einräumen würde.
Ich kenne den Post nicht, aber so wie ich ihn mir vorstelle, kann ich da mit der Argumentation des Gerichts schon mitgehen.
Und dass er dann noch von einem Chefredakteur kommt, das macht es nicht besser, im Gegenteil.
Der Medienrechtler Joachim Nikolaus Steinhöfel kritisiert gegenüber WELT: „Der jetzt von einer Bamberger Strafrichterin erlassene Strafbefehl wegen einer eindeutig zulässigen Meinungsäußerung kriminalisiert die Wahrnehmung eines Grundrechts. Die dafür erforderliche fachliche Inkompetenz ist so schwer vorstellbar, dass man eine vorsätzlich falsche Anwendung des Rechts nicht mehr ausschließen kann.“
Mal kurz den Kerl gegoogelt, ist wohl sehr AfD-affin und linkskritisch - natürlich kann man dann so argumentieren, wenn man das Urteil für falsch hält, aber Meinungsfreiheit hört in meinen Augen auch da auf, wo eigene Vermutungen, Ansichten oder die eigene Wahrnehmung als Tatsachen verkauft werden wollen.
Um die Brücke zu Habeck noch zu schlagen, kennt einer hier ein Beispiel, wo gegen sachliche Kritik vorgegangen worden wäre? So was wie ne Abmahnung oder was weiß ich wegen: "Robert Habeck ist in meinen Augen für das Amt des Wirtschaftsministers nicht geeignet"? Das wäre wirklich ein Verstoß gegen die Meinungsfreiheit, wenn so etwas passiert wäre, aber kann ich mir nicht vorstellen, dass das in D durchgehen würde.
Ansonsten, kommst mit Beleidigungen um die Ecke, dann ist das 1. nicht sachlich und 2. halt strafbar. Bringt im Zweifel halt mehr Likes und Zuspruch, andererseits ne mögliche Anzeige. Sollte man sich halt auch bewusst sein vor dem Posten.
Hasse das "Social-Media-Game" aber generell, zu wenig Zweck dahinter und zu viele Selbstdarsteller, wo ich ehrlich gesagt auch kein Mitleid habe, wenn die dann auf die Schnauze fliegen.