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Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 10. Okt 2025, 19:55
von Acavis
Ronja4711 hat geschrieben: 10. Okt 2025, 15:06 Meinst du die Nebenkostenabrechnung?

Dann:
Vermieter müssen die Nebenkostenabrechnung innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums den Mietern zustellen
Abrechnungszeitraum ist immer 01.01. - 31.12.
Zur Korrektur:
Der Abrechnungszeitraum 01.01 -31.12 ist ein weit verbreiteter Standard. Er kann jedoch auch ohne Probleme abweichen.

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 11. Okt 2025, 10:38
von Matt-Eagle
Was ich halt nicht verstehe ist folgendes

Dieser Zeitraum steht auf dem Zettel vom Ablesen der Wasseruhren. Da Ablesen an sich ist aber erst am 4.10.2025 erfolgt. Das ist doch Murks?

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 09:29
von Certa
Endlich wird man gegen die schwarzen Schafe vorgegangen

https://www.tagesspiegel.de/berlin/verm ... k_14525981

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 10:02
von Linksanwalt
Certa hat geschrieben: 13. Okt 2025, 09:29 Endlich wird man gegen die schwarzen Schafe vorgegangen

https://www.tagesspiegel.de/berlin/verm ... k_14525981
Fast drei mal so viel wie eigentlich erlaubt, krank.
Was zahlt man in Berlin denn für 38m² mittlerweile?

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 10:54
von Certa
Linksanwalt hat geschrieben: 13. Okt 2025, 10:02
Certa hat geschrieben: 13. Okt 2025, 09:29 Endlich wird man gegen die schwarzen Schafe vorgegangen

https://www.tagesspiegel.de/berlin/verm ... k_14525981
Fast drei mal so viel wie eigentlich erlaubt, krank.
Was zahlt man in Berlin denn für 38m² mittlerweile?
Pauschal echt schwer zu sagen, da die ortsübliche Vergleichsmiete von vielen Faktoren abhängt. Sagen wir einfach Mal um die 13 Euro kalt je qm für Friedrichshain für Altbau im Rahmen der Mietpreisbremse.

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 12:00
von flow.
Certa hat geschrieben: 13. Okt 2025, 09:29 Endlich wird man gegen die schwarzen Schafe vorgegangen

https://www.tagesspiegel.de/berlin/verm ... k_14525981
Bevor man gegen Vermieter vorgeht, sollte man lieber mal wieder ordentliche Rahmenbedingungen für Wohnungsbau schaffen...
Dann würden sich die Themen mehr oder weniger selbst erledigen.

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 12:17
von Certa
flow. hat geschrieben: 13. Okt 2025, 12:00
Certa hat geschrieben: 13. Okt 2025, 09:29 Endlich wird man gegen die schwarzen Schafe vorgegangen

https://www.tagesspiegel.de/berlin/verm ... k_14525981
Bevor man gegen Vermieter vorgeht, sollte man lieber mal wieder ordentliche Rahmenbedingungen für Wohnungsbau schaffen...
Dann würden sich die Themen mehr oder weniger selbst erledigen.
Beides wäre doch toll.

Wobei Neubau in Berlin, abgesehen von den paar geförderten Wohnungen für WBS Leute, auch eher die stark zahlungskräftige Kundschaft adressiert.

Aber egal, ob man jetzt mit der Mietpreisbremse usw einverstanden ist, muss man halt als Vermieter ab jetzt mit Konsequenzen rechnen, wenn man sich darüber hinweg setzt. Das finde ich grundsätzlich gut, bisher war das ja eigentlich wilder Westen

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 13:50
von flow.
Natürlich wäre das toll.
Eine Sanktion gegen Vermieter ist aber trotzdem - aus meiner Sicht - keineswegs sinnvoll.
Vor allem, wenn der Mietspiegel ziemlich niedrig ist. Im Artikel sind leider nur 190% genannt. Jetzt kommt es natürlich drauf an, wie schaut es denn in absoluten Zahlen aus.

Neubau adressiert tendenziell natürlich zahlungskräftigere Kunden. Das bedeutet aber, dass Wohnungen auf der anderen Seite wieder frei werden.

Ich bin ja eher im ländlichen Raum unterwegs (Stadt mit 50k Einwohner und Uni ca. 20km entfernt, im Landkreis insgesamt rund 200k Einwohner).
Selbst hier ist die Nachfrage enorm hoch. Habe jetzt aktuell 5 Wohnungen in der Vermietung - je Wohnung 5 Personen innerhalb eines Tages zur Besichtigung eingeladen - obwohl für den Ort recht hohe Mieten verlangt werden (Dafür hoher Neubau Standard).
Der einzige Weg wäre mehr Neubau - und vor allem schnellere Genehmigungen.
Was man hier allerdings tagtäglich erlebt - teilweise kann man nur noch den Kopf schütteln.
Bürokratiewahnsinn, enorm lange Bearbeitungszeiten, subjektive Entscheidungen denen man ausgeliefert ist, Klagen von Nachbarn (weil die Tomaten dann zB keine direkte Sonne mehr haben...), extrem hohe Stellplatzschlüssel,... - teilweise vergehen dadurch bis zum Baubeginn 3-4 Jahre.
Anstatt dass der Staat hier unterstützt legt er immer mehr Steine in den Weg. Und das, obwohl daran auch so viele Steuereinnahmen hängen.
Grunderwerbssteuer Ankauf, Grunderwerbssteure Verkauf, Mehrwertsteuer Bau, Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer (von allen Beteiligten), Lohnsteuer, Kapitalertragssteuer,...

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 13:57
von Certa
flow. hat geschrieben: 13. Okt 2025, 13:50 Natürlich wäre das toll.
Eine Sanktion gegen Vermieter ist aber trotzdem - aus meiner Sicht - keineswegs sinnvoll.
Vor allem, wenn der Mietspiegel ziemlich niedrig ist. Im Artikel sind leider nur 190% genannt. Jetzt kommt es natürlich drauf an, wie schaut es denn in absoluten Zahlen aus.

Neubau adressiert tendenziell natürlich zahlungskräftigere Kunden. Das bedeutet aber, dass Wohnungen auf der anderen Seite wieder frei werden.

Ich bin ja eher im ländlichen Raum unterwegs (Stadt mit 50k Einwohner und Uni ca. 20km entfernt, im Landkreis insgesamt rund 200k Einwohner).
Selbst hier ist die Nachfrage enorm hoch. Habe jetzt aktuell 5 Wohnungen in der Vermietung - je Wohnung 5 Personen innerhalb eines Tages zur Besichtigung eingeladen - obwohl für den Ort recht hohe Mieten verlangt werden (Dafür hoher Neubau Standard).
Der einzige Weg wäre mehr Neubau - und vor allem schnellere Genehmigungen.
Was man hier allerdings tagtäglich erlebt - teilweise kann man nur noch den Kopf schütteln.
Bürokratiewahnsinn, enorm lange Bearbeitungszeiten, subjektive Entscheidungen denen man ausgeliefert ist, Klagen von Nachbarn (weil die Tomaten dann zB keine direkte Sonne mehr haben...), extrem hohe Stellplatzschlüssel,... - teilweise vergehen dadurch bis zum Baubeginn 3-4 Jahre.
Anstatt dass der Staat hier unterstützt legt er immer mehr Steine in den Weg. Und das, obwohl daran auch so viele Steuereinnahmen hängen.
Grunderwerbssteuer Ankauf, Grunderwerbssteure Verkauf, Mehrwertsteuer Bau, Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer (von allen Beteiligten), Lohnsteuer, Kapitalertragssteuer,...
Neubau in den letzten Jahren ist zumindest bei uns in Friedrichshain nicht selten Eigentum und das geht zu einem großen Teil an ausländische Investoren, welche die Wohnung leer stehen lassen. Ich wohne in der Nähe vom Neubaugebiet pandion midtown in Friedrichshain und da steht die Hälfte trotz Verkauf seit Jahren leer als Spekulationsobjekt, hat der Makler auch ganz freizügig erzählt in seinem Verkaufscontainer.

Ich bin ja mittlerweile selbst Vermieter von 2 Wohnungen in der Gegend und finde es mehr als richtig, dass hier solchen Leuten der Riegel vorgeschoben wird. Klar, ich könnte ohne Mietpreisbremse auch mehr Einkommen aus Vermietung erzielen. Aber ich muss mich halt an die Spielregeln halten.

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 14:04
von Linksanwalt
Certa hat geschrieben: 13. Okt 2025, 13:57 Ich wohne in der Nähe vom Neubaugebiet pandion midtown in Friedrichshain und da steht die Hälfte trotz Verkauf seit Jahren leer als Spekulationsobjekt, hat der Makler auch ganz freizügig erzählt in seinem Verkaufscontainer.
Das ist natürlich maximal scheisse (für potentielle Mieter und Staat), genauso wenig würde ich aber einen gesetzlichen Zwang zur Vermietung befürworten.
Das wäre halt auch nicht die richtige Lösung. Sowas muss halt mit konsequentem Neubau beantwortet werden, sodass sich Spekulation immer weniger lohnt, wo wir wieder beim Thema Bürokratie & co. wären...

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 14:30
von Certa
Linksanwalt hat geschrieben: 13. Okt 2025, 14:04
Certa hat geschrieben: 13. Okt 2025, 13:57 Ich wohne in der Nähe vom Neubaugebiet pandion midtown in Friedrichshain und da steht die Hälfte trotz Verkauf seit Jahren leer als Spekulationsobjekt, hat der Makler auch ganz freizügig erzählt in seinem Verkaufscontainer.
Das ist natürlich maximal scheisse (für potentielle Mieter und Staat), genauso wenig würde ich aber einen gesetzlichen Zwang zur Vermietung befürworten.
Das wäre halt auch nicht die richtige Lösung. Sowas muss halt mit konsequentem Neubau beantwortet werden, sodass sich Spekulation immer weniger lohnt, wo wir wieder beim Thema Bürokratie & co. wären...
Klar, aber über welches Potenzial reden wir hier denn realistischer Weise bei Metropolen wie Berlin, München, Hamburg usw, welches Neubau heben kann? Der Bestandsmark ist meiner Meinung nach der riesige Brocken, den man besser steuern müsste. Insofern sehe ich die Mietpreisbremse auch kritisch, weil diese eigentlich nur dazu führt, dass weniger Bewegung im mietmarkt stattfindet, weil sich alle an ihre alten Verträge mit Schutz klammern. Das führt zu der absurden Situation, dass alte Bestandsmieten absurd günstig sind und bei neuvermietung abenteuerliche Preise verlangt werden.

Eine Lösung habe ich aber auch nicht

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 15:14
von Linksanwalt
Keine Ahnung, ob man noch irgendwie (ggf. auch in die Höhe?) nachverdichten könnte?
Sonst bleibt nur ähnlich wie in Argentinien den Mieterschutz drastisch zu reduzieren, um darüber Vermietungsanreize zu schaffen. Denke aber, dass der Großteil das ebenfalls nicht möchte #05#

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 15:26
von flow.
Eine Nachverdichtung in die Höhe wäre auf jeden Fall möglich und vor allem (neben Umnutzung Gewerbe in Wohnen) der einzige Weg.
Zum Beispiel in München gibt es aber hier dann sogar Bürgerentscheide und Proteste gegen das Projekt von Büschl...

Im kleinere Ausmaß auch bei uns am Land. Nachverdichtung wird grundsätzlich "gerne gesehen" - aber dann:
hoher Stellplatzschlüssel von 2/WE | ewige Bearbeitunszeiten mit willkürlichen Entscheidungen | Klagen von Nachbarn, weil das neue Gebäude zu hoch/groß/whatever ist.. -> es werden überall Steine in den Weg gelegt.
Dadurch rentiert sich ein Neubau nur noch bedingt und sehr schwer.
Wir sind gerade im Ankauf für ein neues Projekt mit rund 8-10 WE. Wir sollten es hier in das KfW 296 bekommen und erhalten dadurch interessante Zinsen von 0,69% für 100k je Wohnung, das wir dann an den Käufer weitergeben. Dadurch kann daraus ein interessantes Konstrukt werden, aber auch hier sind wir am Rande der Grenze mit rund 13% nach Finanzierung auf die GIK, dass es sich wirklich lohnt.

Es wäre schon viel geholfen, wenn eine intensivere Bebauung zugelassen wird und vor allem schnellere Bearbeitungszeiten und weniger Bürokratie.
Das würde die Gesamtkosten und v.a. auch die Planungssicherheit deutlich erhöhen.

Viele Probleme der Wohnungsnot und der hohen Mieten sind hausgemacht.

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 15:28
von Certa
Linksanwalt hat geschrieben: 13. Okt 2025, 15:14 Keine Ahnung, ob man noch irgendwie (ggf. auch in die Höhe?) nachverdichten könnte?
Sonst bleibt nur ähnlich wie in Argentinien den Mieterschutz drastisch zu reduzieren, um darüber Vermietungsanreize zu schaffen. Denke aber, dass der Großteil das ebenfalls nicht möchte #05#
Ist halt eine soziale Frage. Im Bestand wohnen halt viele viele Menschen, die solche Wohnungen zu aktuellen Marktpreisen nicht mehr halten könnten, insbesondere Rentner. Wenn man jetzt den Mieterschutz abschaffen würde und die Bestandsmieten "frei" lässt, dann hätte das eine gewaltige Umwälzung zur Folge und viele Menschen müssten ihre Wohnungen verlassen.

Ich finde es in Berlin eigentlich ganz angenehm, dass man auch in der Innenstadt eine sehr durchmischte Bevölkerung hat. Das würde man dann aufgeben.

Re: Eigenheim oder Miete

Verfasst: 13. Okt 2025, 16:42
von Maxim
Das mit der Höhe ist tatsächlich ein Thema, v.a. wenn man sich mal andere europäische Metropolen wie Paris oder London usw. anschaut. Dagegen sieht München aus wie ein flaches Dorf.

Jetzt sind Paris und London aber trotz weitaus höherer Verdichtung leider auch nicht günstiger, im Gegenteil.

Was diese Städte aber gemeinsam haben ist, dass jahrelang bis zur Zinswende mit sehr billigem Geld vor allem von Akteuren mit bereits existenten Sicherheiten (= u.a. andere Immobilien) fleißig gekauft und gebaut wurde, und zwar in guten Lagen, wodurch da der Wettbewerb auch weiter härter geworden ist.

Immos sind in Deutschland immer noch die größte Säule beim privaten Vermögen, gleichzeitig haben wir eine der geringsten Eigentümerquoten. D.h. die ganzen Buden gehören mathematisch zwangsläufig einer Minderheit.

Jetzt sind die Zinsen höher und die Wohlhabenden suchen nicht mehr so aktiv nach Investments im Wohnungsbau, weil die Renditen nicht mehr stimmen. Was es schon gibt und sich lohnen würde, ist sauteuer, weil Nachfrage. Gleichzeitig können die, die weniger haben aus denselben Gründen nicht mehr kaufen, also steigt auch die Nachfrage nach Mietwohnungen.

Man kann da jetzt mit noch mehr Marktliberalismus drauf schießen, aber ich sehe da nicht so viel Potenzial.