Arrow Venloop Halbmarathon 2024
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Anreise
Nach etwas Erholungszeit gibt es den ersten Wettkampfbericht 2024. Der Arrow Venloop ist ein relativ junger Halbmarathon, der seit seinem Bestehen zu einem der größten Laufevents in den Niederlanden angewachsen ist. Allein der Halbmarathon verzeichnet über 9000 Teilnehmer. Es gibt aber auch Wander-Events sowie 5/10 km Rennen. Auch bei schlechtem Wetter gleicht das Rennen mehr einem Volksfest mit Musik und anderem Spektakel. Am Sonntag beglückte uns der Wettergott mit teils starkem Wind und Regen bei 8 Grad Celsius. Für Kurz/kurz-Läufer für mich also genau die richtigen Bedingungen, um abzukühlen. Wirklich gut geschlafen hatte ich die Nacht vorher nicht. Das stellt aber auch nichts Wildes dar, da ich eigentlich von der Woche gut erholt war und das Trainingsvolumen heruntergeschraubt hatte. Ich bin mit einem Freund angereist und die ca. 2,5 km vom öffentlichen Parkplatz an der Hochschule bis in die Innenstadt gelaufen. Es waren auch Busse im Einsatz, die allerdings heillos überfüllt waren. Immerhin war man so schon etwas aufgewärmt und konnte sich noch orientieren. Die Organisation war gut, es gab ausreichend Toiletten und auch kleine Spinde für die Wertsachen. Eine halbe Stunde vor dem Startschuss habe ich mich dann auch umgezogen und in meinen Metaspeed Sky Plus entspannt eingelaufen.
Der Startschuss
Kurz vor dem Start habe ich dann meinem Kumpel viel Erfolg gewünscht und bin in meinen Startblock 1.30-1.45 gegangen. Er hatte die Ambition unter 2 Stunden zu bleiben, hat sich allerdings im Vorfeld bei 2.15 eingetragen. Auf jeden Fall ein taktischer Fehler, der ihn viel Zeit kosten sollte. Die Phase vor dem Start ging schnell vorbei. Ich habe noch kurz mit einer Gruppe älterer Läufer gequatscht, die nicht fassen konnte, dass ich im Tanktop und kurzer Hose antrete. Als die Sonne herauskam und das Showprogramm anfing, hatte ich dann die Argumente auf meiner Seite. Ich stand ca. 15 Meter hinter den 1.45 Pacern. Bei der Masse an Leuten konnte ich leider nicht weiter vorkommen. Das hieß natürlich, dass potenziell langsamere Läufer vor mir waren und mich ausbremsen.
Kilometer 1-6
Der Startschuss kam und es ging in einem wirklich angenehmen Tempo los. Es fühlte sich zunächst wirklich langsam an, als ich dann allerdings auf die Garmin schaute, zeigte mir die Uhr eine 4.40 Pace an. Überholen war auf dem 1 km auch gut möglich, was sich dann aber schnell ändern sollte. Auf dem zweiten Kilometer habe ich mich wirklich geärgert. Die Streckenführung wurde über fast 1,2 km so verengt, dass man sich noch gerade so laufend fortbewegen konnte. Die Pace sackte auf 5.30 herunter und am Ende stand ein Kilometer in 5.15! Das bedeutete natürlich eine große Hypothek für das Ziel Sub 1.42. Ich habe auf einem Anfangskilometer einfach locker über 30 Sekunden durch die Streckenführung verloren, die ich nachher wieder hereinholen musste. Auf den Kilometern 3-6 habe ich dementsprechend hochgeschaltet (4.44-4.47 Pace).
Kilometer 7-16: Die unerwartete Leichtigkeit des Laufens
Danach war dann zum Glück ausreichend Platz vorhanden. Ich fühlte mich wirklich stark und habe eigentlich nur überholt. Bei Kilometer 9 zog ich dann entspannt an den 1.45 Pacern vorbei (man muss im Hinterkopf behalten, dass diese auch 2 Minuten vor mir auf der Strecke waren) und etablierte eine konstante 4.45-4.50 Pace. Nach 35 und 70 Minuten kamen meine Hydrogels zum Einsatz, die zusätzliche Energie und Flüssigkeit lieferten. Von der Strecke bekam ich leider nicht viel mit. Ich war sehr auf mich und meinen Laufrhythmus fokussiert.
Kilometer 17-19: Das Leiden beginnt
Kurz nach Kilometer 17 merkte ich langsam, dass die Herzfrequenz in die Höhe schnellt und auch das letzte Gel keine Abhilfe schaffte. Genug Stände mit Getränken und Wasser war zum Glück vorhanden. Ich hatte die Strategie, mir das Isogetränk in den Rachen und das Wasser über den Kopf zu schütten. Damit bin ich eigentlich ganz gut gefahren. Wenn der Halbmarathon mein absolutes Hauptrennen gewesen wäre, hätte ich an dieser Stelle mich auch noch durchquälen können, ich beschloss allerdings einen Gang rauszunehmen und 2 Kilometer auf einer 4.55-5.00 Pace zu regenerieren. In dieser Zeit schlossen einige Läufer von hinten wieder zu mir auf. Ich war aber ganz glücklich in einer Gruppe zu laufen. Der Gegenwind war teilweise wirklich stark und unangenehm.
Kilometer 20-21: Der Endspurt beginnt
Da ich mich in Venlo recht gut auskenne, wusste ich genau, dass nach dem letzten Anstieg die Brücke hoch es wieder angenehm heruntergeht und man das letzte Stück Richtung Ziel durch die Innenstadt nochmal Tempo aufnehmen kann. Die Stimmung im Zentrum war riesig. Überall an den Banden standen die Zuschauer und jubelten einem zu. Auch an der Strecke waren eigentlich nie Abschnitte, an denen keine Zuschauer auf einen warteten. Ich habe dann zum Endspurt angesetzt und die Pace auf 4.25-4.28 gedrückt. Die letzten 500 Meter bis zum Ziel wollten einfach nicht umgehen, aber am Ende war die Erleichterung groß.
Das Ergebnis:
Die offizielle Nettozeit zeigte dann 1:43:17 an. Nicht ganz mein A-Ziel, für die Bedingungen war ich damit aber wirklich zufrieden. Am Ende ca. 2100 Platz von 9100 Teilnehmern. Garmin und Strava zeigten mir eine gelaufene Gesamtstrecke von 21.35 Kilometern an und wiesen mir 1:42:08 als Endzeit aus. Da beides ohnehin nicht das Ziel war, muss ich mir da zum Glück keinen Kopf machen. Als Fazit kann stehen, dass der Lauf wirklich Spaß gemacht hat und ich erfreut war, wie lange ich die Pace 4.45-4.50 ohne Probleme halten konnte. Der Halbmarathon war ja eher ein Vorbereitungsrennen auf den Marathon in drei Wochen. Ich habe aber schon versucht alles zu geben. Die Sub 1.40 Zeit hole ich mir dann entweder im Juni in Wuppertal oder im Oktober in Düsseldorf.
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Strava und meine Bestzeiten haben sich auf jeden Fall gefreut:
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