Was wolltest du mit dem Posten des Videos eigentlich ausdrücken? Gefällt es dir so gut, dass du den Inhalt weitergeben möchtest? Geht es dir um [smention u=321]Höfer[/smention]s Aufforderung, bei Diskussionen über Zone 2 auch klarzustellen, über welches Zonenmodell man spricht?
Ich finde das Video am Anfang eher mittelmäßig. Um die Definition von Zone 2 wird herumfabuliert, mal sind es 60-70%, mal 70-80% der HFmax, Brady Holmer (ein Marathonläufer mit einer Bestzeit von 2:26, also in shr trainierter Läufer) sagt von sich selbst, dass seine Zone 2 bei 82% seiner HFmax liegt. Das hilft doch niemandem, der die Videos auf dem Kanal konsumiert...!
Wenn man "so tief" in die Materie einsteigen will, die Variabilität sowieso schon anspricht und keine konkreten Angaben machen will, sollte man wenigstens erklären, was denn nun der Knackpunkt daran ist.
Für die meisten Leute liegt die Zone 2 bei ca. 60-70% der HFmax - die HFmax oder die HF an sich dient hier aber
nur als Proxy, um mit der Trainingsintensität in einem physiologischen Bereich zu landen, der knapp unter LT1/VT1 (Lactate Threshold 1/Ventilatory Threshold 1) liegt. Ausdauertraining kann diesen "Inflektionspunkt" (sagt man das auf Deutsch so?) der (Laktat-)Kurve aber nach oben verschieben, weshalb die Zone 2 bei trainierten Athleten auch in einem höheren Bereich der HFmax liegen kann (idealerweise ermitteln durch einen Laktattest ... wie gesagt, HR ist nur ein Proxy). (Edit: Ah - ich muss mich korrigieren, in den letzten 2min des Videos kommt Holmer noch mal auf das Thema zurück und erklärt es ein bisschen differenzierter, inkl. LT1/VT1! Schade für all die Zuschauer, die zu dem Zeitpunkt schon abgeschaltet haben... ich hätte mir die physiologische Einordnung und die HR als abgeleiteten Proxy als Einleitung zu dem Thema gewünscht

)
Später wird es dann aber doch noch besser. Erfrischend fand ich, dass Holmer deutlich sagt, dass Training in Zone 3 und 4 vermutlich bessere Trainingsergebnisse in kürzerer Zeit liefern kann, aber eben zu dem Preis, dass man sich viel schlechter davon erholt! Props gebe ich ihm auch dafür, dass er deutlich sagt, dass er der Meinung ist, das polarisiertes Training nicht für alle Ausdauersportler geeignet ist, sondern vor allem bei sehr hohen Trainingsvolumina pro Woche (in Stunden, er spricht von Radsportlern mit 30+ Std. Training pro Woche) sinnvoll ist, und dass es bei geringeren Trainingsstunden pro Woche absolut sinnvoll sein kann, mehr als 20% in Zone 3, 4 und 5 zu trainieren, um auch mit wenigen Stunden pro Woche viel aus dem Training herauszuholen (ich lese btw gerade ein Buch von Philip Skiba, der Weltklasseathleten wie Paula Radcliffe und Eliud Kipchoge trainiert hat und klarstellt, dass z.B.
nicht polarisiert trainiert haben, obwohl die natürlich viele Stunden pro Woche investiert haben).
Kleine Ergänzung noch: Den Ansatz, allein mit Zone 2 Läufen einen Marathon bestreiten zu wollen, nennt er scherzhaft - im Vergleich zu polarisiert oder pyramidal - "rectangular", weil er offenbar keine Bezeichnung dafür kennt. In der Fachliteratur zur Trainingsintensitätsverteilung

wird ein solcher Ansatz als "High Volume Low Itensity" bezeichnet und anderen TIDs (wie polarisiert, pyramidal, Threshold, HIIT etc.) gegenübergestellt.