Moe hat geschrieben: 5. Feb 2026, 14:23
Von @Carter T R wegen zu "scientific" kritisiert werden - made it.
Ich habe nicht "zu scientific" kritisiert, sondern deine Kritik an der Abwesenheit von "zu scientific"

- aber wenn es dich freut, freut es mich auch.
Moe hat geschrieben: 5. Feb 2026, 14:23
Du hast absolut Recht, man muss keine theoretische Einführung schreiben für eine Progression bei Pull Ups wo man erst mal alle Begriffe definiert. Du kannst aber auch nicht leugnen dass DU jetzt was vermutet hast - eine sinnvolle Vermutung, aber auch nur eine Vermutung. Ich folge der aber mal, eben weil wir jetzt zumindest ETWAS haben anstatt einem leeren Begriff wie "Arbeitskapazität".
Wie gesagt, für mich war und ist der Begriff nicht so leer, wie du ihn darstellst, und soweit ich deine sportlichen Aktivitäten einordnen kann, solltest du da auch eine gewisse "Exposition" zu haben. Aber konzentrieren wir uns auf das Inhaltliche!
Moe hat geschrieben: 5. Feb 2026, 14:23
Sagen wir 1RM und AMRAP 5 min bei Strict Pull Ups soll besser werden. Das 1RM - angenommen adäquate Muskulatur ist vorhanden - kriegst über intermuskuläre Koordination und ähnliche neurologische Anpassungen rein. Das AMRAP 5 hängt dagegen von Dingen wie Effizienz der Wiederholungen, Abbau und Vermeidung von Ermüdung aller Art und schlussendlich sogar von deinem kardiovaskulären System (genug Power im Herz um durch den Pump zu pushen) in Teilen ab.
Kann man das alles gleichzeitig trainieren? Absolut. Bringen einem da 10x5 Pull Ups in 55s etwas? You tell me...
Ich würde bei den individuellen Anpassungen an die beiden "Extreme" im Zielspektrum jeweils noch Details ergänzen (für das 1RM z.B. Muskelquerschnitt, für das AMRAP bspw. intramuskuläre Glykogenreserven und PCr-Resynthese), aber im Grunde geht es bei unserer Frage ja um den Übertrag vom Training für das eine auf das andere. Ich würde das auch ohne einen empirischen Beleg in Form einer oder mehrerer Studien mit "Ja, aber..." beantworten, denn ich habe häufig genug "gesehen", dass jemand, der seine Cindy-Score verbessert, auch sein 1RM im Barbell Backsquat verbessert, ohne in der Zwischenzeit auch nur 1x den Backsquat selbst trainiert zu haben. Ich würde hier allerdings die "aber-"Einschränkung machen, dass eine potenzielle Verbesserung leistungsabhängig ist, denn bspw. ein Powerlifter mit einem sehr hohen 1RM, der nur noch sein 5min AMRAP trainiert, wird vermutlich eine Regression in seinem 1RM feststellen, auch, wenn sein 5min AMRAP besser wird. Die Distanz des Trainigsstands vom individuellen genetischen Limit spielt hier vermutlich eine wesentliche Rolle (Spekulation oder zumindest ein educated guess).
Für Trainierende, die noch ein gewisses Entwicklungspotenzial in beiden Extremen aufweisen (sagen wir maximal "moderately trained"?), würde ich grob veranschlagen:
Das Training des 1RMs verbessert spezifisch das 1RM und unspezifisch und in einem geringeren Maß auch das 5min AMRAP, umgekehrt verbessert das Training des 5min AMRAP spezifisch die Leistung im 5min AMRAP und unspezifisch und in einem geringeren Maße auch das 1RM.
Zu dem konkreten Fall und den 10x5 Pull ups in 55s würde ich sagen, dass es bis zu einem gewissen Punkt Fortschritte in beiden ermöglicht, man sich aber vermutlich schneller verbessern kann (wenn man denn beides parallel und nicht sequenziell verbessern will), wenn man spezifischer unterschiedliche Qualitäten separat trainiert und nicht immer dasselbe (think ganz grob "DUP"), also bspw. 1x/Woche eine schwere weighted Variante, 1x/Woche hohes Volumen in Sets und Reps, ggf. auch mit einer Progression über eine Verkürzung der Pausen und 1x/Woche noch etwas dazwischen.
MMn zielt
@schlafschafs Aussage "erstmal eine brutale Arbeitskapazität aufbauen..." weniger darauf, das Training konkret zu gestalten, um parallel Fortschritte in beiden Qualitäten zu machen, als darauf, wie er das mit einem periodisierten Vorgehen sequenziell umzusetzen gedenkt. Grundsätzlich hat er ja hier (laut eigener Aussage iirc) schon die Pausenzeiten reduziert, was zu einer Progression im Sinne von "gleiche Leistung in kürzerer Zeit" (= höhere Work Capacity) geführt hat.