La Sportiva Sauerland TrailRun 2025
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Wenn der Weg zum Rennen fast schwerer als das Rennen selbst ist, könnte die Überschrift des kleinen Rennberichts ebenso gut lauten. Eigentlich gab Google Maps die Anreise mit entspannten 90 Minuten an. Da ich um 8 Uhr bereits abgefahren bin, hätte ich so gemütlich eine Stunde zum Einchecken, Verpflegen und Aufwärmen gehabt. Es sollte alles anders kommen. Mein Navi versagte kurz vor Lennestadt irgendwo in den Untiefen des Sauerlands seinen Dienst komplett. Konnte dann auf Sicht den Weg suchen. Von der Hauptstraße zweigte irgendwann eine kleine Straße ab, die einen auf den Berg zum Sportplatz bringen sollte. Leider in die falsche Richtung gefahren und bereits mitten in der Pampa. Die Zeit tickte und ich war mir immer mehr im Klaren, dass ich es nicht mehr pünktlich zum Start um 10.30 Uhr schaffen würde. Nebenbei ging auch noch ein Unwetter mit Blitz, Donner und Starkregen herunter. Absolut geil! Kurzentschlossen beim letzten Haus vor dem Wald geklingelt und nach dem Weg gefragt. Zum Glück war gerade der Pflegedienst anwesend. Die beiden Baujahre 1940 hätten mir den weg bestimmt nicht mehr beschreiben können.

In Halberbracht hielt neben mir ein Auto mit einem weiteren Teilnehmer und wir tauschten uns kurz aus. Er meinte zu mir, dass der Start wegen des Unwetters auf 11.00 Uhr verschoben worden sei. Also Glück im Unglück. Ich zog mich in 30 Sekunden um und rannte zum Sportplatz. Dort schnell die Startnummer angeheftet und zwei Bananen inhaliert

dann ging es direkt auf die Strecke. Zunächst vom Sportplatz die Straße runter und dann ab in die Tiefen des Waldes. Zumeist ging es über schöne Trails, die eng, schlammig und teilweise ausgesetzt waren. Abschnittsweise konnte man auf breiteren Forststraßen Tempo aufnehmen.
Alles laufbar - sagte ich mir auf den ersten Anstiegen und musste kurz an den Sportkameraden
@Höfer denken. Ab Kilometer 3 kamen dann wirklich steilere Passagen, an denen viele Teilnehmer anfingen zu gehen. Im Uphill konnte ich interessanterweise am meisten Plätze aufholen. Ich lief bis auf 1-2 Ausnahmen wirklich durch. Teilweise mega langsam, aber es ging voran und das machte wirklich den Unterschied gegenüber vielen aus. Dafür war ich im Downhill etwas zu vorsichtig. Das Unwetter hatte aus der Erde reine Schlammpisten gemacht. Mich hier auf die Fresse zu legen, stand nicht auf meinem Plan. Eine Läuferin geschätzt um die 50 hat mich im Abhang dann auch tatsächlich kurz überholt. Beim nächsten Anstieg überholte ich sie dann locker und sah auch das restliche Rennen nichts mehr von ihr. Wirklich interessant, wie gegensätzlich die Skills im Traillaufen so zur Anwendung kommen. Bin nicht wirklich all out wie in Berlin gelaufen. Ich habe mich gefordert und wollte gut abschneiden klar, habe aber zwischendurch immer wieder Gespräche geführt (wobei ich eigentlich fast nur geredet habe). Das war also noch gut möglich. Das Rennen war top organisiert. Ungefähr alle 3 km gab es Verpflegung und alles war gut ausgewiesen. Ab Kilometer 13 war ich die ganze Zeit im Wechsel mit zwei erfahrenen Trailläufern unterwegs. Habe mich dann an ihnen orientiert und es ging relativ kontrolliert in Richtung Ziel. Von hinten drohte mir nichts mehr. Da ich mir das Rennen gut eingeteilt hatte, konnte ich auch die letzten Anstiege größtenteils laufen. Ab Kilometer 19 hieß es ins Ziel rollen. Konnte da nochmal einen Kilometer in 4.10 Pace auspacken und bin an einigen vorbeigeflogen. Den zwei erfahrenen Hasen habe ich dann im Ziel den Vortritt gelassen. Nach 6-7 geteilten Kilometern muss ich die Herren nicht noch auf dem Fußballfeld absprinten

Hat wirklich Spaß gemacht und ich glaube, im Trail wäre noch was an Potenzial. Mal sehen, wie der Ötztaler dahingehend läuft. Am Ende wurde es Gesamtplatz 49 (männlich und weiblich). Der Gewinner ist eine 1.35 gelaufen und hat sogar den Mountainbiker, der den Führenden den Weg freihalten soll, stehenlassen. Auf dem Rückweg dann natürlich noch in den Stau geraten. Naja, war insgesamt eine coole Erfahrung, auch wenn der Tag mich definitiv Nerven gekostet hat.