Asstograss hat geschrieben: ↑31. Mär 2026, 19:23
Flocki hat geschrieben: ↑31. Mär 2026, 18:44
So Athletenbetreuung, Insta etc ist sicher Arbeit aber mich triggert es trotzdem irgendwie, wenn dann immer so krass hervorgehoben wird, wie viel "Arbeit" man doch hat oder wie viel "Workload" und "Stress" man diese Woche wieder hatte und zu nichts gekommen is... fragt doch mal den Normalo, der seine 40Std+ Woche macht. der heult auch nicht so rum oder hat es nötig das so zu betonen - einige davon müssten es eigentlich besser wissen weil sie vorher normal gearbeitet haben
Ich kann mir allerdings schon vorstellen, dass das einen mehr abfuckt als ein 40Std+Job als Handwerker. Der arbeitet zwar viel und hart, hat aber auch Feierabend und kann abschalten. Im "Game" gilt wohl "selbst" und "ständig", man muss ja immer Content raushauen und überall immer präsent sein. Wird auch bei Coachings nicht anders sein, wenn dann Nachrichten reinkommen, welche beantwortet werden müssen. Da kann es wohl nie "genug" geben gefühlt, d.h. mal komplett abschalten werden die wenigsten und das ist meist belastender, als ein normaler Job
Ist halt wie immer etwas arg pauschalisierend solche Diskussionen und man hat in der Szene sicherlich die komplette Bandbreite was das betrifft.
Ist ja nicht so, dass die Leute nur trainieren und auf Wettkämpfe fahren, sondern dass mittlerweile noch der ganze SM Kram dazu gekommen ist.
Und viele unterschätzen einfach massiv, was für ein Aufwand es ist wirklich aktiv seine Kanäle zu betreiben, also jede Woche 1 - 2 YT Videos (keine Reactions, sondern richtiger Content), dazu mehrere Reels und tägliche Stories.
Klar kann man sich dafür einen Cutter holen, aber der kostet auch wieder mehrere Tausend Euro pro Monat und sofern man keinen Konrad Wolf oder ein ganzes Team hinter sich hat kommt dann auch noch hinzu, dass man sich den Content ja noch ausdenken muss.
Könnte mir das z.B. nicht geben jedes Reel immer mehrere Male abzudrehen, ständig irgendwelche Fragerunden auf IG, bei denen irgendein Bullshit gefragt wird, Veranstaltungen und Videos für den Sponsor etc zu machen.
Und dazu muss man sich dann noch irgendwelche Trollkommentare unter seinen Videos durchlesen, die absolut keinen Mehrwert haben (wie auch hier im Forum).
Und faktisch gesehen hast du in Deutschland doch keine 10 Athleten, die bei ihrem Sponsor so sicher im Sattel sitzen, dass ihnen die Umsätze über ihren Code egal sein können und hat ja auch seine Gründe warum die meisten Athleten regelmäßig von Sponsor zu Sponsor tingeln.
Schaut euch doch z.B. Mike Sommerfeld an, der ist eigentlich der beste Athlet der Welt in der zweitwichtigsten Klasse und hat es trotzdem erst jetzt geschafft einen guten Vertrag zu bekommen, wobei sein YT Kanal in absolut keine Verhältnis zu seiner Bekanntheit steht und das obwohl er seinen Content ja auf Englisch abdreht.
Und gehe auch ehrlich gesagt davon aus, dass der auch in 2 - 3 Jahren wieder woanders hin geht, weil er Myprotein nicht den erhofften Umsatz bringt.
Wenn man bedenkt, dass man für Essen und ROids dann noch einiges ausgeben muss, sich selbst wahrscheinlich über den Höchstsatz krankenversichern muss, höchster Steuersatz und die eigene Karriere maximal bis 40 geht, und dazu regelmäßig die Gefahr besteht, dass man ne ANzeige wegen Steroidmissbrauchs am Hals hat und noch die gesundheitlichen Risiken bestehen, finde ich das Gesamtpaket trotz der (möglichen) hohen Coachingeinnahmen gar nicht mal so attraktiv.
Klar ist das immer noch viel Geflenne auf hohem Niveau weil jeder Handwerker körperlich härter arbeitet, aber weiß nicht so recht ob ich mir die ganzen Unsicherheiten und Risiken geben würde nur um am Ende temporär vielleicht 1 - 2k netto pro Monat auf der hohen Kante zu haben.
Und da zeigt sich mE auch mal wieder warum Urs in so kurzer Zeit so erfolgreich werden konnte was Reichweite, Monetarisierung und Beliebtheit betrifft, denn egal was der Typ macht, es wird einfach professionell aufgezogen.
Da können wir in Deutschland eigentlich wirklich froh um so einen Athleten sein, da die Mehrheitsmeinung des Mainstreams doch immer noch der Meinung ist, dass Bodybuilder eine Ansammlung von Schwachmaten sind - was für viele leider (auch für einige Topathleten) so gilt.