Harun hat geschrieben: 27. Mär 2026, 06:15
Das Essen wird ihn aus der Ketose gehauen haben.
Ist doch klar, dass man sich dann auch körperlich bescheiden fühlt.
Hatte in einem anderen Thread schon erwähnt, dass das für mich das größte Problem an diesen Ernährungsformen ist.
Dauert jetzt natürlich auch ein paar Tage bis du wieder drin bist.
Bisschen Fasten und mehr Cardio hat mir immer geholfen.
Genau dieses. FÜr mich ist dies auch das mit Abstand größte Problem.
Ich habe in dieser Experimentierphase herausgefunden, dass ein 1-4h Essensfenster / Tag und eine ketogene Ernährung mir wahnsinnig viele Benefits gegenüber der vorangegangenen Form bringen. Ich fühle mich energetischer, habe eine konstante Leistungskurve ohne Abfälle, habe meinen KFA deutlich verbessert und lebe insgesamt gesünder.
Es gibt jedoch zwei entscheidende Probleme und separat dazu eben noch das o.g. Hormonproblem / eventueller Mangel an natürlichen Nährstoffen da kein Obst und die damit verbundene Zuführung an Supplements (also „künstlichen“ Nährstoffen.
Problem 1 und 2 trifft aber individuell auf mich zu:
1) Das ist das größere. Der Sozialfaktor.
Es ist einfach scheiße die Ketose im Everyday-Life aufrecht zu erhalten. Beispiele aus dieser und kommender Woche. Am Mittwoch war der Geburtstag meines Vaters. Wir sind Essen gegangen, meine Mutter hat Kuchen gebacken. Klar verschmähe ich das nicht. Die Disziplin ist dabei gar nicht das Problem, sondern einfach das Zusammensein und auch der Punkt, dass ich zB die Einladung und die damit verbundenen Mühen natürlich nicht ausschlagen will.
Am Samstag zieht meine Schwester um, ich helfe den ganzen Tag, am Abend lädt sie alle Helfer in die Pizzeria ein. Wieder kacke aus sportlicher Sicht.
Nächste Woche Dienstag gehen wir den Opa besuchen. Der hat mich das letzte Mal schon schräg angeschaut, als ich den Salat ausgepackt hab, nachdem er Pasta gekocht hat und das natürlich hinterfragt. Gleichzeitig ist meine Frau von genau diesen Verhaltensweisen genervt, was ich absolut nachvollziehen kann.
Am Donnerstag danach heiratet mein Schwager - na bravo.
Am Folgetag treffe ich mich mit einen Freunden in MUC und alle wollen zum Mexikaner zum feasten gehen. Wieder - aus sportlicher Sicht katastrophal. Komme ich gleich bei Problem 2 drauf zu sprechen.
2) Persönliches Essverhalten
Ich will nicht leugnen, dass ich meine ganz individuelle Form einer „Essstörung“ mit mir rumtrage. Hintergründe entstanden wie bereits gesagt in der Vergangenheit. Meine Oma hat neben uns gewohnt und war Chefköchin und hat in der Rente 7 Tage die Woche die ganze Familie bekocht und oft auch nachmittags mit Kuchen etc. versorgt. Immer frisch, immer brutal gut, immer große Mengen. Essen wurde und wird noch in unserer Familie hart celebriert. Man würde sagen bei uns ging Liebe immer zu 100% durch den Magen. Wir kamen Mittags und abends immer alle zusammen, auch in der normalen Woche. Mein Dad und meine Mum sind in der 60 Minuten Mittagspause von der Arbeit gekommen und wir waren immer alle gemeinsam am Tisch. Ich war deshalb ein dickes Kind und habe einen Hang zum „Overeating“ entwickelt. Essen ist für mich mit extrem viel positiven Emotionen verknüpft und je geselliger es ist, desto schöner finde ich es. Sprich sowas wie die Geburtstagsfeier oder die Hochzeit kommende Woche sind dann umso schöner. Das Ergebnis ist dann aber meistens, dass ich dann halt anstatt ein Stück Kuchen 3 esse und deutlich mehr als meine Peers. A, weil es physisch für mich kein Problem ist (habe 0 Unverträglichkeiten und knalle problemlos 3 Döner weg, wenn ich will) und B, weil ich mich dann schlecht bremsen kann.
Ich kann also problemlos über Wochen ohne einen Ausrutscher sauber essen. Wenn ich nicht in diese Situationen geworfen werde. Als single ohne Kids würde ich die Diät 3 Monate ohne auch nu einmal abzuweichen aufrecht erhalten. Aber in diesen Szenarien siegt dann oft die oben genannten Umstädneund dem einhergehend eskaliert es dann manchmal. Sobald ich dann auch Carbs esse kommt dieser Schneeballeffekt, bei welchem ich dann 2h später wieder richtig Appetit auf mehr bekomme.
Das hat jetzt alles reichlich wenig mit dem Thema des Threads zu tun, beantwortet aber die Frage nach dem „Emotionalen Esseverhalten“, als auch die Schwierigkeiten, welche eine ketogene Ernährung im sozialen Alltag mit sich bringt.
Long story short - aus physischer Sicht finde ich die TRE / Keto Ernährung absolut großartig, werde sie aber als Tool und nicht als permanente Ernährungsweise aufrecht erhalten, einfach um Problemen wir Hormonstörungen oder Nährstoffmangel wenig bis keine Chance zu geben. Tendenz für die Zeit danach ist aber eher low carb und weiterhin TRE.