Kurz und ehrlich: Nein – das ist keine gute Idee.
Und zwar nicht aus Prinzip oder „Angst vor langen Distanzen“, sondern weil die Kombination deiner Symptome + 50 km + fehlende spezifische Vorbereitung ein sehr hohes Risiko für eine echte Verletzung mit langer Pause bedeutet.
Ich gehe die Punkte einzeln durch und setze sie dann zusammen.
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Einordnung deiner Symptome
1. Knieschmerz bei Treppen
Das ist ein klassisches Frühwarnsignal.
Sehr typisch für patellofemorale Reizung, IT-Band, oder beginnende Überlastung der Sehne
Dass es häufiger wird ist entscheidend → das ist kein stabiler Zustand
Deine eigene Erfahrung („irgendwann dann auch beim Laufen“) bestätigt das Muster

Bei 50 km praktisch garantiert eskalierend
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2. Ziehen unter der Fußsohle (Fußgewölbe)
Das klingt nach:
Plantare Faszie unter Spannung
Oder funktioneller Überlastung durch veränderten Laufstil / Ermüdung

Ultradistanz + Ermüdung = massiver Stress für genau diese Struktur
Das ist eine der häufigsten Ursachen für monatelange Laufpausen, wenn man sie ignoriert.
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3. Ziehen unterm großen Gesäßmuskel (Gluteus)
Wichtig:
Dass es nur bei Tempo kommt, heißt nicht, dass es harmlos ist.
Das ist sehr oft ein Zeichen von instabiler Hüfte / Überlastung der hinteren Kette
In langen Läufen tritt genau das Gegenteil auf:
→ Ermüdung ersetzt Tempo als Auslöser

Bei 50 km wirst du genau in diesen Bereich reinlaufen – nur langsamer, aber dauerhaft.
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4. „Ferse überholt den Fuß“ / Füße drehen nach außen
Das ist der entscheidende Punkt.
Das ist kein Gefühl – das ist:
neuromuskuläre Ermüdung
Kompensationslaufstil
Verlust von Hüft- und Fußstabilität
Und das bedeutet:
> Dein Körper sucht bereits jetzt Ausweichbewegungen.

Bei 50 km wird das nicht besser, sondern:
Kniebelastung ↑
Plantarfaszie ↑
Hüfte/Gluteus ↑
Das ist der perfekte Sturm.
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Gesamtbewertung (klar formuliert)
Mit diesen Symptomen:

50 km

ohne spezifische Vorbereitung

in 2 Wochen
… ist das keine sportliche Herausforderung, sondern ein Verletzungsrisiko-Experiment.
Nicht:
„wird hart, aber geht“ sondern:
hohe Wahrscheinlichkeit, dass du dir etwas einfängst, das dich Wochen oder Monate kostet
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Was wäre sinnvoller?
Option A – Nicht starten
Die rationalste Entscheidung.
Symptome ernst nehmen
2–4 Wochen gezielt stabilisieren
Danach wieder belastbar trainieren
Option B – Start nur mit klarer Exit-Strategie
Falls du emotional sehr daran hängst:
Kein Zieltempo
Kein Durchbeißen
Abbruch beim ersten deutlichen Warnsignal
Wissen: Ein DNF ist hier klüger als ein „Finish um jeden Preis“
Aber ehrlich:
> Die Wahrscheinlichkeit, dass du bei km 25–35 genau die Strukturen kaputtläufst, die jetzt schon meckern, ist sehr hoch.
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Meine klare Empfehlung
Wenn du mich als Trainer / nüchternen Beobachter fragst:

Nicht starten.

Symptome jetzt ernst nehmen – sie sind noch reversibel.

Ein 50 km ohne Vorbereitung kommt wieder.

Ein kaputter Fuß oder ein gereiztes Knie will keiner.
Wenn du willst, können wir:
deine Symptome konkret auseinandernehmen (was davon ist primär, was sekundär)
oder einen 2-Wochen-„Schadensbegrenzungs-Plan“ machen, falls du trotzdem starten willst
Sag mir, welchen Weg du gehen möchtest.