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Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 19. Nov 2025, 11:15
von OHP92
H_D hat geschrieben: 18. Nov 2025, 19:35 Ich bin zwar zu großen Teilen bei dir, aber man sollte auch realistisch sein.
Wer kann sich das Fleisch mit Weidehaltung und Weideschuss dauerhaft leisten?
Ich bin kein Agrar-Experte und kann hier nichts verifizieren, aber es gibt durchaus Berechnungen die eine tierbasierte Ernährung für sehr große Bevölkerungszahlen als möglich erachten
1 kg hack aus genau dieser haltung kostet 12€

das problem ist nur dass es immer weniger kleinere bauern gibt. wären die noch verbreitet würde es funktionieren

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 19. Nov 2025, 11:50
von H_D
Lokal sngeboten,

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 19. Nov 2025, 14:02
von Primate
JA ein lokaler Bauer vor Ort mit Kühen auf der Weide und Federvieh mit Freigang und ohne Soja-und Maisfütterung, wäre was. Da wäre mir das Ei auch mehr € $ wert. Zugleich hätte man mehr Bezug zum Endprodukt als es nur abstrakt in der Supermarkttheke zu kaufen.

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 19. Nov 2025, 19:37
von H_D
Bei mir im Nachbardorf gibt es einen Biolandhof, die haben 2 Jahre gebraucht um die Schlachtgenehmigung zu bekommen und weil das mit zig Auflagen verbunden ist schlachten die 1-2x im Jahr

Ich kenne eher solche Preise (ja, ist bio und Weidehaltung und wenn ich wüßte wo es herkommt muss es auch kein bio sein)
https://besserfleisch.de/shop/rindfleis ... dehaltung/

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 19. Nov 2025, 23:39
von OHP92
das sind ja wucherpreise
weiß aber auch nicht für wie viel mein metzger das auf den märkten verkauft

eine bio zertifizierung bringt da oft auch nur nachteile und höhere kosten, ohne dass das produkt besser wird

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 20. Nov 2025, 11:56
von H_D
Dachte 12€?

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 22. Nov 2025, 21:12
von digralde
Primate hat geschrieben:Ich bin kein Agrar-Experte und kann hier nichts verifizieren, aber es gibt durchaus Berechnungen die eine tierbasierte Ernährung für sehr große Bevölkerungszahlen als möglich erachten.
Das ist ein interessanter Punkt, da hast du Erinnerungen hochgewirbelt.

Falls du dich auf die Studie von Van Zanten und co https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/gcb.14321 beziehst, die selbst andere Studien zitiert, da reden wir von 7-30g durch tierische Proteinquellen im Falle der Nutzung von Grasland plus Abfälle aus andere Landwirtschaft; also kompletter Umstellung und Nutzung anderer Landwirtschaft, da sonst eh Milchproduktion einbricht wegen fehlendem Kraftfutter. Ich denke mal nicht, dass du 7-30g als ausreichend betrachtest.
Außerdem ist hier keine Rede von Preisen; es wird dadurch nicht billiger werden. Das kann für dich durchaus akzeptabel sein.
Das ist aber keine Tierhaltung mit Kühe streicheln und alle leben friedlich; dass ist immer noch eine kommerzielle Nutzung einer Landfläche die eventuell auch gar nicht ursprünglich Grasland war. Das mit Biodiversität ist daher auch nicht mit diesen Zahlen vereinbar.
Die Flächen werden auch nicht endlos von anderen Tieren genutzt, weil die Dichte der Viecher natürlich nicht endlos andere Biomasse zulässt. Aber Leben in Biomasse umzurechnen ist auch so ein Ding.

Ich kann deine Position aus Punkten von Genuss, eventuell Gesundheit, optimaler Flächennutzung für Nährstoffe oder sogar aus "in der Wildbahn würde es ihnen nicht besser ergehen" verstehen. Ich will hier auch kein Moralapostel sein. Die Punkte mit wo mehr Tiere sterben oder leiden halte ich aber für schwach oder zumindest nicht zu Ende gedacht. In einer Welt in der die Wiederkäuer nur auf den Wiesen lebten würdest du immer noch jede Menge Ackerbau brauchen und es könnten sogar noch mehr Tierchen leben, wenn du stattdessen deinen Bedarf über Pflanzen deckst, da das einfach effizienter in der Umwandlung ist. Dann kannst du immer noch sagen, mit Fleisch fühle ich mich besser.
Durchfüttern können wir damit zumindest unsere momentane Bevölkerung nicht.

Das klingt viel abgehobener, als es sein soll. Mein Hund kriegt auch Fleisch und ich will es niemand madig reden. Die Argumente überzeugen mich nur nicht.

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 22. Nov 2025, 21:22
von Ironman890
Heavyweight97 hat geschrieben: 10. Nov 2025, 10:49 Hat jemand Erfahrungen mit veganer Ernährung und Kraftsport – wie deckt ihr euren Proteinbedarf? :winke:
Ist gut umsetzbar.

Was ich zum Beispiel häufig esse, um auf 180-190gr Eiweiß zu kommen:

200gr Haferflocken, paar Walnüsse, Leinsamen, Beeren

Eiweißshake aus Erbsenprotein mit entöltem Kakaopulver

Bowl mit 250 gr roten Linsen und einer Packung veganem Hack, dazu verschiedenes Gemüse und n Dressing

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 23. Nov 2025, 09:41
von digralde
Ironman890 hat geschrieben: 22. Nov 2025, 21:22
Heavyweight97 hat geschrieben: 10. Nov 2025, 10:49 Hat jemand Erfahrungen mit veganer Ernährung und Kraftsport – wie deckt ihr euren Proteinbedarf? :winke:
Ist gut umsetzbar.

Was ich zum Beispiel häufig esse, um auf 180-190gr Eiweiß zu kommen:

200gr Haferflocken, paar Walnüsse, Leinsamen, Beeren

Eiweißshake aus Erbsenprotein mit entöltem Kakaopulver

Bowl mit 250 gr roten Linsen und einer Packung veganem Hack, dazu verschiedenes Gemüse und n Dressing
Rote Linsen sind ein guter Tipp. Sind viel schneller fertig als die meisten Hülsenfrüchte und 27g Eiweiß pro 100g. Was auch nett ist: KoRo hat Soja-Schokocrisps mit 70g Eiweiß / 100g oder so. Tolles Zeug für Haferflocken. DM hat Sojaflocken die auch exzellente Nährwerte haben. Sojagranulat bekommt mir nicht, aber auch top Nährwerte. Hat man Probleme mit Soja und Hülsenfrüchten im allgemeinen, ist es schon schwerer. Nährhefe, Quinoa, etc ist alles ganz nett, aber weniger leicht damit auf die Zahlen zu kommen

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 30. Dez 2025, 17:06
von Kraftschlumpf
Einiges wurde genannt aber ich nehme: Hülsenfrüchte, Soja und Tofu Varianten, tempeh (dicke Empfehlung), seitan, Erbsenproteinpulver. Kombiniere meist mehrere eiweißquellen mit gemüse und einer CarbQuelle und bastel so einen Pfannengericht daraus. Reis mit den ganzen hülsenfrüchten zusammen potenziert die Gasausscheidung bei mir nochmal unnormal, nehme lieber Hirse, Quinoa oder buchweizen als CarbQuelle.
Seitan Versuche ich immer mit Kartoffeln zu kombinieren weil sich die Aminosäuren schön ergänzen und seitan allein kein super Aminosäurenprofil hat.

Re: Vegane Ernärhung und Proteinbedarf

Verfasst: 12. Jan 2026, 11:59
von Heavyweight97
Primate hat geschrieben: 12. Nov 2025, 15:01 Wenn es Dir um Tierwohl und CO2-Fussabdruck geht:

Regionale Weidehaltung von Wiederkäuern verursacht weniger Tierleid und -tot als Ackerbau und kann ggf. sogar CO2 insgesamt aus der Atmosphäre binden (negative CO2-Bilanz) (u.a. durch tiefere Graswurzeln, Humusbildung, mehr Biodiversität etc.)

Ethische Veganer 2.0 sind Carnivore mit ausschließlich regionalem Weidefleisch.


Danke für deine ausführliche Antwort.

Für mich bleibt Tierleid aber unabhängig vom System bestehen – egal ob regional, Weidehaltung oder industriell. Tiere sollen für meine Ernährung grundsätzlich nicht genutzt werden.

Gerade 2026 gibt es aus meiner Sicht mehr als genug gute pflanzliche Alternativen, mit denen ich für mich persönlich gut, ausgewogen und ohne Tiernutzung leben kann.

Trotzdem danke für den Austausch und die Perspektive.