Tinker hat geschrieben: 14. Aug 2024, 20:23
H_D hat geschrieben: 14. Aug 2024, 20:05
Das Verhältnis HDL und LDL wird aber nicht mehr als Goldstandard gesehen
Was dann?
Pure carnivore ist genauso schlecht wie pure vegan, pure XYZ ;-)
Man benötigt Cholesterin in der Zelle, nicht in Blut. Dass unser Gehirn und Zellmembranen aus Cholesterin bestehen, ist es nicht gleichzeitig gut, wenn man viel Cholesterin in Blut hat...
Das vereinfachen sich die Menschen zu sehr, weil es so logisch klingt. Es gibt eine klinische Studie, die herausgefunden hat, dass bei nahezu 0 Cholesterin aus der Nahrung die Zellen immer noch ausreichend versorgt waren.
Das gleiche gilt für die Stereoidhormone. Cholesterin ist ein Ausgangsstoff für Testosteron zum Beispiel, aber auf der Zellebene, nicht auf der Blutebene!
Grundsätzlich ist die Datenlage so, dass hohes Cholesterin mit kardiovaskulären Risiken verbunden ist. Es kommen noch zwei Faktoren dazu:
LpA - genetisches Schicksal, wenn hoch, würde ich dringend davon abraten viele Fette des tierischen Ursprungs zu konsumieren
ApoB - kann durch die Ernährung beeinflusst werden, ist dieser Wert hoch, ist die Ernährung schlecht, egal was ein Guru aus dem Internet behauptet
Tierische Fette und Fleisch sind grundsätzlich gesund, bis auf wenige Ausnahmen, das heißt aber nicht, dass man sich jeden Tag unbegrenzt damit ernähren soll.
Beim Edubily kann man schön bezüglich diesen Extremen sich selber eine Meinung bilden. Alles in Ordnung, keine Extremen, nicht chronisch. Der Mensch neigt zu solchen Schlussfolgerungen:
Fleisch ist gesund: esse jeden Tag 1,5kg davon
Zucker aus Cola ist schlecht: isst keine Kartoffeln (Zucker)
Da ich bereits einiges ausprobiert habe, bin ich der Meinung, dass pure Carnivore ohne Ballaststoffe und Carbs für Sportler ein Overkill sind. Schlafprobleme, Elektrolyte Mängel, Verdauungsstörungen.
Am Anfang ist es (durch das weglassen) alles bestens. Nach 4,5,6 Monaten kommt einiges (wieder) raus.
Ich befolge keine Dogmen mehr, weil das extreme eher negativ als positiv ist. Was aber grundsätzlich die beiden Welten verbinden kann, ist eine animal based Ernährung, ggf keto mediterran.
Mageres Protein - aber nicht unbedingt Hähnchen / Pute only, etwas fett darf schon sein
Leicht verdauliche Carbs aus Obst und bestimmten Gemüse Sorten
Energieträger sind neben den Carbs: Olivenöl, Avocadoöl, MCT Öl, Nüsse (Wallnuss und Macadamia)
Kein Getreide und kein Pseudogetreide
Mit so was schlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe:
- unverarbeitete Lebensmittel
- tierische Fette in Maßen
- die restlichen Fette aus Obst (Avocado und Oliven), dazu Nüsse, somit kein Cholesterin!
- Ballaststoffe von Obst und leicht verdaulichen Gemüsesorten
- kaum bis wenig Anti-Nährstoffe
- Cholesterin / ApoB werden niedrige Werte aufweisen
Hier ein Bild als Beispiel (!) von den Carbs, die leicht verdaulich, Anti-Nährstoffarm und lecker sind.
